Nasat, Diapente pileata, Jst eine gedeckte Qvint oder Orgel-Stimme, sonst Gemshorn genannt, welche oben nur halb so weit als unten ist. Sie hat keines weges ihren Nahmen von der Nase, obgleich die Frantzosen dieselbe Nazard oder gar Nasarde schreiben, und meinen, der Klang habe was nöselndes, nieselndes oder durch die Nase singendes an sich. Diesen ihren Wahn gründen sie auf die gantz kleine Gestalt einiger zum Nasat gehöriger Pfeiffen; da es doch Gems-Hörner giebt von anderthalb, von 2, 4, 8 bis 16 Fuß Ton, welche gewiß groß genug an der Pfeiffen-Maaß sind. Zudem ist das Nieseln eben so angenehm nicht, daß man es in ein Orgel-Werck bringen dürffte. Das Wort Nasat heisset vielmehr Nach-Satz. Denn die Niederländer, von welchen die mehresten Verbesserungen der Orgel wercke herrühren, nennen das Principal den Vor-Satz oder Prästant, die Mixtur den Hinter-Satz, und die zum vollen Wercke gehörige Qvint-Stimmen Nasat oder den Nach-Satz.