FeedNotirungs Kunst
Literatur & SpracheRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Notirungs Kunst, Jst die Geschicklichkeit, vermöge welcher man alle und iede Melodien, sie seyn von uns selbst, oder von andern ersonnen, aus freyer Faust und ohne Vorschrifft richtig in die Feder fassen kan. Sie ist gleichsam die musicalische Grammatic, und hat ihre orthographische Regeln und Schrancken, aber auch den Fehler, daß man sich noch nicht durchgehends deswegen vergleichen kan. Sie untersucht in der Etymologie die Qvellen und Erfindungen, z. E. der Griechischen Stimmzeichen, davon Alypius und andere handeln; die Aretinische Solmisation, das Belgische Bocedigalomani, oder Bobisation, die Deutsche und Jtalienische Tabulatur, samt deren Historien und Gründen. Sie hat ihre Prosodie an den gesungenen und gespielten kurtzen oder langen Klängen, und deren beqvemen Abtheilung. Am allerwenigsten fehlet ihr die Syntaxis.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1615–1616Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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