Obstination des chevaux, Die Halsstarrigkeit der Pferde ist zweyerley, die innerliche und äusserliche. Die innerliche, so in dem Gemüthe stecket, daß ein Pferd (wie ein verstockter Mensch) lieber alles Ungemach vertragen, als seinen Willen brauchen will, der Anweisung zu folgen. Die äusserliche befindet sich am Gewächs des Halses, 1) an den Pferden, welchen der Hals von unten auf, 2) an denen, welchen der Hals von obenher, wider die Zäumungs-Mittel und deren Gebrauch starret, und dieses ist mehr ein Mangel des Gewächses, als ein Laster zu nennen, weil das Pferd so lang steiff und halsstarrig bleiben muß, bis es dessen durch ordentliche Zäumungs-Mittel befreyet wird. V. Opiniatreté.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1632–1633Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0