Palais de la bouche du cheval, Der Gaume oder der Rachen des Pferds, welcher der gewölbte Theil über der Zungen ist, zum theil aus dem Bein des Untersatzes, zum theil aus dem Obern-Kinnbacken gemacht, an dem Ort gegen der Luft-Gurgel zu krospelicht und faltigt. Dieser Gaumen ist der Zäumung sehr hinderlich, wenn er zu kützlich, daß er von iedem Anrühren des Mundstücks fliehet, und das Pferd das Maul aufsperret, daß es mit dem festen Zugürten nicht mehr allerdings zu wehren ist; worzu sonderlich die hohen Galgen-Mundstücke meisterlich helffen können, welches eben so schädlich, als übelständig ist. Diese Verhinderungen aber müssen durch ein niedriges Mundstück und Hohlbiß remediret werden.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1682–1683Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0