Paresse d’ un cheval, Trägheit eines Pferdes ist bey der Abrichtung eine grosse Hinderniß. Es wird zwar die Faulheit etlichen Pferden durch unterschiedliche Ermunterungs-Mittel (als mit der Peitsche, Stachel, Sporn und Spießruthe etc.) wo nicht völlig vertrieben, doch in etwas verbessert; welches Pferd aber von fauler Natur und träger Art ist, das wäre viel tüchtiger in den Zug, als auf die Reitschule zu schicken, immassen es wenig Ehre erhalten wird, denn dergleichen faule Pferde zehlen gleichsam ihre Tritte, wie die Ochsen zu Susa, die ihre Reisen nach gezehlten Schritten auch endigten, und nicht darüber giengen.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1701Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0