Parforce- oder Lauff-Hunde, Sind eine besondere Art Jagd-Hunde, welche ein aufgesprengtes Stücke Wild, wie sehr es auch wechseln, und sich drehen mag, so lange verfolgen, und wenn es ihnen gleich aus den Augen gekommen, doch durch den Wind oder aus der Spur, wieder entdecken und auftreiben, bis es endlich vor Müdigkeit nicht weiter kan, und durch einen Fang mit dem Hirschfänger erleget wird. Es sind solche meistens starcke Mittel-Hunde, rother, brauner, röthlicher oder grauer Farbe, und von langen Ohren. Die Frantzösischen und Englischen Parforce-Hunde sind ohnstreitig die besten, insgemein weisser Farbe oder doch fleckigt, von langen Ohren wohl behangen, daß man auch welche von anderthalb Viertel von einer Elle gefunden. Die Frantzösischen Parforce-Hunde haben insonderheit einen ungemein starcken, hellen und vortrefflichen Laut, die Englischen aber werden nicht so laut, lassen sich auch gar selten hören; hingegen sind sie mit weniger und leichter Mühe ordentlich zum Jagen abzurichten, als jene. Man bedarff auch nicht viel Ordnung der Tone zu blasen, oder die Mühe zu haben, mit vielen Redens-Arten ihnen zuzusprechen, und sie zu unterrichten; massen sie einen natürlichen Gehorsam erzeigen, von gutem Geruch sind, und die Spur mit grösserer Ordnung halten, als die Frantzösischen; sie gehen auch gerne ins Wasser, und halten sich wohl bey Leibe, mit viel schlechterer Kost, als die Frantzösischen, welche schon eckler sind. Jm Lauffen dauren sie lange aus, weswegen man nicht so viel Relais oder Vorlagen bedarff; alleine den Wiedergang des Hirsches suchen sie nicht so gar eigentlich, wie die Frantzösischen, welche darinnen viel acenrater erfunden werden. Ein wohl proportionirter Parforce-Hund soll einen etwas länglichten Kopff, eine breite Stirn, einen spitzigen Hübel, grosse Augen, fein lang behangene Ohren, die unten gewendt, und, wo möglich, drey bis vier Finger breit über die Nase gehen, mittelmäßige Schultern, gebogene Nieren, hohe Hüfften, einen hocherhabenen dicken Wedel, dicke Lenden, gerade Knie, starcke Nerven und kurtze dicke Klauen haben. Die Hündin, wovon man dergleichen Art nachziehen will, muß von guter Race, auch hoch, lang und breit vom Leibe seyn, und alle nur erzehlte Zeichen haben; so muß sie auch, weil sie ohne diß meist läuffisch, tragend oder säugend, nicht zum Jagen ausgeführet, sondern zur fernern Zucht, nebst dem allerschönsten Hund, allezeit zu Hause gelassen werden.