Ratten-Biß, Wenn ein Pferd von Ratten gebissen wird, so seuffzet es und kan nicht essen, der Schaden aber laufft auf, und wird eine harte Geschwulst daraus. Solchem wieder zu helffen, picke das schadhaffte Glied mit einer Fliete gar wohl, und lege denn in Eßig gesottenen oder gestossenen Kohl, oder Knoblauch mit Eßig zerstossen und vermengt über, oder streue das Pulver, welches in den so genannten Schlaff-Kuntzen oder Schlaff-Aepffeln der wilden Rosen-Stöcke gefunden wird, auf den schadhaften und gepickten Ort. Nimm hierauf zwey Loth schwartzen Kümmel, und ein halb Maaß Wein, siede es unter einander, und gieß es dem Pferde auf einmal ein. Lege ihm gestossenen Knoblauch, Kümmel und Saltz unter einander gemischt über den Schaden; oder nimm gestossenen Kümmel, Pech und Schwein-Fett, mach ein Pflaster daraus, cauterisir aber vorhero den Schaden. Wenn aber die Geschwulst nach dem Brennen noch höher aufläufft, so schmier den Schaden mit altem Schmaltz, und lege geröstete und gestossene Gersten darauf. Man kan auch den Ort mit Kröten-Oel schmieren, oder Butter mit einem Eyer-Dotter darüber legen.