Rut d’ un cerf, Hirsch-Brunst, die Brunst-Zeit ist vornemlich gefährlich; denn der Hirsch stellet sich entweder in Wasser oder auf dem Lande. Jst es das erstere, so muß man zu ihm schwimmen, und suchen ihm den Fang in den Tieffen zu geben, massen so er sich auf die Füsse steuren kan, kan er leicht dem Jäger einen Schaden zufügen. Stellt er sich im freyen Felde, ist es auch sehr gefährlich zu wagen, massen er mit den Läuffeen entweder starcke Schläge thut, oder gar mit dem Geweihe manchen den Bauch aufzureissen getrachtet: Jst es aber bey einem Gehege, kan man ihn, indem er mit den Hunden kämpfet und streitet, aus dem Vortheil fällen, wolte er fliehen, kan man seitwerts zu Pferde ihm den Rest geben.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2014–2015Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0