Cerf d’ ane, Hirsch-Esel oder Pferde mit Hirschklauen. Diese werden folgender Gestalt erzielet: Man hält einen grossen Jagdbaren Hirsch in einem Thier-Garten, und darneben eine mittelmäßige Stute, welche erst zu Ende des Augusti fohlet, die läßt man den Sommer über zu dem Hirsch hinein lauffen, und Tag und Nacht samt dem Fohlen bey ihm bleiben, damit sie einander gewohnen, sonsten aber muß kein Thier dabey seyn; wann dann nun die Beunst-Zeit herbey kommet, und die Stute gefohlet hat, so wird der Hirsch für Brunst (dieweil er kein Wild haben kan) die Stute besteigen, daß sie concipiret, und dergleichen Hirsch-Esel oder ein Pferd mit Hirschklauen zur Welt bringet, welches sehr flüchtige Thiere giebt, dergleichen in Engelland gezogen werden.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 321–322Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0