FeedSayn und Witgenstein
BaukunstRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Sayn und Witgenstein, Die Grafen von Sayn und Witgenstein sind ein Zweig der alten Grafen zu Spanheim. Denn Johannes Graf von Spanheim erhielte durch die Vermählung mit Adelheiden, Grafens Henrici II zu Sayn Schwester und Erbin, die durch ihres Brudern Tod 1246 erledigte Grafschaft Sayn. Um das Jahr 1365 erwarb Graf Salentinus zu Sayn seinen Nachkommen die Grafschaft Witgenstein durch die Vermählung mit der letzern Gräfin Elisabeth zu Witgenstein. Und obgleich selbige lange zertheilet waren, so brachte doch endlich ums Jahr 1605 der Stamm-Vater aller heutigen Grafen von Sayn und Witgenstein, Graf Ludovicus Senior, beyde Grafschaften zusammen: Wiewol dessen Söhne die 3 noch blühende Linien zu Berleburg, Sayn und Witgenstein stifteten. Die Berleburgische Linie begreift den Ast zu Homburg, und die Witgensteinische den zu Valendar. Jm Wappen führen die Grafen von Sayn und Witgenstein 2 schwarze Pfäle in Silber, wegen Witgenstein; ein silbernes Castell mit 2 Thürmen im rothen Felde, wegen Homburg; eine silberne Strasse, darauf 3 Schweins-Köpffe im schwartzen Felde, wegen der Herrschaft Freysburg; und auf einem schwartzen Mittel-Schilde einen aufgerichteten Leoparden, wegen Sayn. Dieses Wappen führet 3 offene Helme; der Saynische ist gekrönt, und hat ein güldenes Horn, der Witgensteinische ist mit einer schwartzen und weiß aufgeschlagenen Mütze bedeckt, worauf 5 Strauß-Federn stehen; der Homburgische hat ein 2 thürmiges silbernes Castell.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2042–2043Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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