Löwenstein, Grafschafft in Schwaben an den Fränckischen Grentzen am Neckar, den Grafen von Löwenstein und Wertheim zugehörig. Diese Grafen theilen sich in die Virneburgische oder Lutherische und Catholische oder Rochefortische Linie. Kayser Josephus hat den 3 April 1711 den Grafen Max. Carln von Löwenstein-Wertheim Kayserlichen wircklichen Geheimden Rath und damaligen Administratorem in Bayern, in den Reichs-Fürsten-Stand erhoben, welche hohe Dignität Kayser Carl der VI confirmiret, und auf die gantze Fürstliche Descendenz beyderley Geschlechts extendiret. Die Haupt-Stadt Löwenstein nebst dem Schlosse liegt 1 Meile von Heilbrunn, und ist daselbst ein Gesundbrunn, wächst auch sehr guter Wein daherum. Diese Grafen von Löwenstein und Wertheim führen einen rothen gecrönten Löwen auf drey Felsen-Spitzen stehend, als das Löwensteinische Stamm-Wappen; einen rothen Adler im Silber wegen der Grafschafft Montaigu; einen halben schwartzen Adler im Gold, wegen der Grafschaft Wertheim; eine güldene Spange oder Schnalle in Silber, wegen Rochefort; einen Mittel-Schild von 21 weiß und blauen Wecken, wegen des Bayerischen Herkommens; drey güldene Rosen im blauen Felde wegen der Grafschafft Wertheim; zwey rothe Balcken in Silber wegen der Herrschafft Breuberg; sieben rothe Rauten in Gold, wegen der Grafschafft Virneburg; und endlich einen silbernen und gecrönten Löwen im rothen Felde wegen der Herrschafft Scharffneck. Auf diesem Schilde stehen 4 offene Helme: Der erste wegen der Grafschafft Montaigu ist gecrönt, und hat einen halben silbernen Adler mit Gold gecrönt und rothen Flügeln; der Löwensteinische Helm hat den rothen Löwen auf 3 Felsen-Spitzen sitzend; der Wertheim-Breubergische ist gecrönt, und hat einen halben güldenen Adler mit 4 roth und weissen Fähnlein besteckt; der Virneburgische aber trägt 2 schwartze Büffels-Hörner mit drey silbernen Knöpffen an ieder Seite, darzwischen eine güldene Tafel mit 7 rothen Rauten zu sehen. Die Rochefortische Linie dieser Grafen führt an stat der Virneburgischen 7 Rauten, ein silbern und rothes Schach-Bret im güldenen Felde, wegen der Grafschafft Marck; bedienet sich aber des 4ten Helms nicht, sondern hat deren nur drey.