Stollberg, Von dem Ursprunge dieser uralten Reichs-Grafen ist eine Tradition, wodurch Otto de Columna, ein edler Römer, zum Stamm-Vater derselben angegeben wird, dem Kayser Justinus II um das Jahr 566 ein Stück Landes auf dem Harze nebst dem Schlosse Stollberg soll geschenckt haben. Jnzwischen versichern die Urkunden dieses alten Reichs-Gräflichen Hauses, daß ihre Ahnen schon zu Kaysers Caroli M. Zeiten unter den Land-Ständen des Hertzogthums Sachsen gewesen. Sie bestehen aus 2 Haupt-Linien, der ältern oder Wernigerodischen, und der jüngern oder Stollbergischen. Die ältere begreifft 3 Aeste zu Wernigerode oder Jlsenburg, zu Geudern und zu Schwarzau; die jüngere aber theilet sich in Stollberg und Roßla. Jm Wappen haben die Grafen von Stollberg einen schwartzen Hirsch im güldenen Felde, als das Stollbergische Geschlechts-Wappen; einen schwartzen Löwen in Gold, wegen der Herrschafft Königstein; einen rothen Adler, mit blauem Schnabel und Füssen im güldenen Felde, wegen Rutscheford; 2 rothe Fische im silbernen Felde, wegen Wernigerode; 3 rothe Sparren im silbernen Felde, wegen Epstein; ein roth und silbern Schach im güldenen Felde, wegen Marck; ein roth und Gold getheiltes Feld, wegen Münsterberg; zehn Gold und rothe Balcken, eins ums andere, wegen der Herrschaft Agimont; ein roth und silbern Schach, wegen Hohenstein; in einem getheilten Qvartier, oben einen güldenen Löwen im rothen Felde, unten aber von Gold und roth gestreifft, wegen Lauterberg; und endlich auf einem Mittel-Schildgen einen schwartzen Hirsch im silbernen Felde, wegen Klettenberg. Dieses Wappen hat 3 offene Helme. Der Stollbergische ist gekrönt, und trägt einen Pfauen-Schwantz mit zwey silbernen Strauß-Federn. Den Hohensteinischen bedecket eine rothe mit Hermelin aufgeschlagene Mütze, darauf ein rothes und silbernes Hirsch-Horn, dazwischen eine güldene Kugel mit einem Pfauen-Schwantze stehet; der Rutschefortische ist gekrönt, und zeiget einen Pfauen-Schwantz, worauf ein rother Adler.