FeedSpiegel Garn
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Spiegel Garn, Jst eine Art von Jagd Netzen, so eigentlich nicht zum Fangen, sondern nur zum Abhalten gebraucht werden. Die Maschen sind so groß, als an den Sau-Netzen, die Leinen sind in der Stärcke, als die hohen Tücher-Leinen. Bey ieder Furckel muß eine Wind-Leine seyn. Ein solches Netz stellet so lang und so hoch als ein Tuch, und hat man derselben bey theils Herrschaften 6 oder 8 Stücke, welche fünf bis sechs Schuh weit von den Tüchern (so weit der Lauf der Schweins-Hatz gehet) gestellet, und die Furckeln dieser Netze mit den Furckeln der Tücher, vermittelst der Wind-Leinen, so nicht länger als vier Ellen lang seyn dürffen, fest zusammen gebunden, solcher gestalt, daß, wenn ein gantzer Rudel wilder Schweine im Hetzen angelauffen kommen und durchbrechen wollen; die dahinter postirte Bauren mit Prügeln und Gabeln dieselben zurück treiben können. Es müssen aber diese Spiegel Garne sehr steiff angezogen werden, damit man sich im Fall der Noth an denenselbigen in die Höhe schwingen kan, um dem erhitzten Anlauf der hauenden Schweine zu entgehen.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2147–2148Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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