Teste, la Tête du cheval, Der Kopf des Pferds ist gleichsam der animalischen Facultäts-Sitz, der Gelernigkeit und Phanta sie Ursprung, wie auch der Bewegung und Ruhe Ursach, also ist er ohne Wider-Rede das schönste und edelste Glied eines Pferds; derselbe bestehet aus unterschiedlichen Theilen, aus welchen, so sie in rechter Proportion mit einander übereinstimmen, die schöne Gestalt und Vortrefflichkeit desselben entspringet, absonderlich wenn derselbe auf der Stirn sein hoch erhaben, dabey klein, kurtz, schmal, dünn und mager, welcher einem kleinen Pferd sowol als einem grossen wohl anständig ist.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2204–2205Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0