Undauung, Indigestion, Jst ein gewisses Zeichen bey einem Pferde, daß der Magen nicht also disponirt ist, wie er seyn solle, indem das eingefressene Futter, durch die gehörige Dauung, nicht zur Stärckung und Ernehrung der leiblichen Kräfte gedeyet, sondern gantz rohe durchgehet, wie es eingefressen worden, so aus dem Gezirck bald abzunehmen, und weil dergleichen Pferde müssen mager werden: So muß man auch diesem Uibel desto zeitlicher begegnen: derohalben gebt ihm Lorbeer, Enzian und Zittwer mit Saltz vermenget unter das Futter, das erwärmet ihm den Magen und befördert die Dauung.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2273–2274Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0