Heinrich, Truchseß von Diessenhoven, verfaßte als Domherr zu Konstanz (seit 1341) eine lat. Chronik, welche er an die 24 Bücher der Kirchengeschichte des Ptolemäus von Lucca anknüpfte. Er ergänzte nämlich dieses Werk, fügte ein 25. Buch selb:ständig hinzu, namentlich zum Ruhme des Papstes Johann XXII., an dessen Hofe in Avignon er früher gelebt hatte, und sammelte zahlreiche weitere Notizen bis 1362, welche er jedoch nicht mehr verarbeitet hat. Er starb 22. Dez. 1376. Sein Werk ist zuletzt herausgegeben in: Böhmer, Pontes rerum Germanicarumo, Bd. 4. Heinrich von Freiberg, deutscher Dichter aus Freiberg in Meißen; er lebte am Ende des 13. Jahrh. am Hofe König Wenzels II. von Böhmen. Sein bedeutendstes Werk ist die Fortsetzung des unvollendet gebliebenen Tristand von Gottfried von Straßburg (herausg. durch von der Hagen in Gottfrieds Werkeno, Bresl. 1823, und kritisch durch R. Bechstein in den Deutschen Dichtungen des Mittelalters v5, Bd. 5, Lpz. 1877). Wiewohl ein Epigone, hat H. es doch verstanden, den Ton seines Vorbildes glücklich zu treffen und einen des Meisters würdigen Schluß der Dichtung zu schaffen. Sehr stehen gegen den Tristano zwei andere Gedichte H.8 zurück: «Die Ritterfahrt Jobanns von Michelsbergy (in von der Hagens „Germaniav, Bd. 2, Berl. 1837) und das Gedicht Vom heiligen Kreuzo (in Pfeiffers «Altdeutschem übungsbuchv, Wien 1865).