Heliodorus, Kämmerer und Schatzmeister des Königs von Syrien Seleucus IV. Philopator (187 175), begab 13 auf Anstiften des Apollonius, Statthalters von Niedersyrien und Phönizien, nach Jerusalem, um den daselbst im Tempel aufgehäuf: ten Schatz zu plündern, da dessen Vorhandensein durch einen Verräter, Simon den Benjaminiten, bekannt geworden war. Der Hohepriester Onias weigerte sich, die daselbst geborgenen 400 Talente Gold und 200 Talente Silber herzugeben; als H., des Priesters und des Volkes Widerstand nicht achtend, sich dennoch zum Raube anschickte, soll er nach der sagenhaften Erzählung des zweiten Buches der Makkabäer (Kap. 3) durch das wunderbare Einschreiten eines berittenen Engels und zweier; Dnias Knappen zu Boden geschmettert, jedoch durch l nias' Gebet wieder belebt und bekehrt worden sein. Diese Scene ist durch Rafaels berühmtes Bild in den Stanzen zu Rom verherrlicht worden. Josephus erwähnt dieser Geschichte nicht. Wir wissen nur, daß später H. den König ermordete, als dessen Bruder Antiochus gegen den Sohn des Königs, den spätern Demetrios Soter, als Geisel der Römer ausgetauscht wurde und auf der Reise von Rom nach Syrien unterwegs war. H. bemächtigte sich wirklich, in Abwesenheit der Thronerben, des Thrones, wurde aber nach kurzer Zeit durch das Einschreiten der Pergamer Attalus und Eumenes gestürzt, um dem Bruder des Seleucus, Antiochus IV. Epiphanes (s. d.), das Feld zu räumen (175 v. Chr.). Außer dem Makkabäerbuch erwähnt nur Appian des H., da die auf ihn bezügliche Stelle im 41. Buch des Livius durch eine Lücke verloren ist. Die Zeit der Regierung des H. war nur kurz, da sowohl von Seleucus IV. als von Antiochus IV. Münzen aus dem J. 138 der Seleucidischen Ara (175 v. Chr.) vorhanden sind.