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GeschichteBrockhaus 1882

Hiero I. (griech. Hieron) erhielt durch seinen Bruder Gelon, den Herrscher von Syrakus, 484 v. Chr. die Statthalterschaft in Gela und ward nach dessen 477 erfolgten Tode Alleinherr in dem Reiche von Syrakus. Hierauf versetzte er 476 die Einwohner von Naxos und Katana aus ihren Städten nach Leontini; doch wurde die Kolonie, die er nach Katana führte, das er nun Atna nannte, nach seinem Tode von den zurückkehrenden Katanäern wieder vertrieben. Ein Seesieg, den seine und die Flotte von Kyme (lat. Cumä) über die Etrusker 475 erfochten, beraubte diese der Oberherrschaft in dem Tyrrhenischen Meere. Im Britischen Museum befindet sich ein Helm aus Olympia, dessen Schrift besagt, daß H. ihn damals dem Zeus aus der Beute weihte. Er besiegte 472 den Thrasydäos, der seinem Vater Theron in der Herrschaft über Akragas gefolgt war, und annektierte diesen Staat. H., welcher von einem unheilbaren Leiden, dem Stein, gequält wurde, war von den Fehlern der griech. Tyrannen nicht frei, doch beweist es immer einen edlern Sinn, daß er die Wissenschaft, die Architektur, die bildende Kunst und die Poesie schätzte und Dichter wie Epicharmos, Simonides, Aschylos, Bacchylides und Pindar, der seine in den griech. Wettspielen errungenen Siege besang, an seinen glänzenden Hof zog. Das hat denn auch dem Xenophon Anlaß gegeben, ihn und Simonides als diejenigen aufzuführen, die in seiner Hierono betitelten Schrift die Eigenschaften des Herrschers besprechen. H. starb 467 v. Chr. und vererbte sein Reich auf seinen Bruder Thrasybul. Vgl. Hense, De Hierone I.„ (Münst. 1862) und Holm, Geschichte Sicilienso (Bd. 1, Lpz. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 220Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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