Henk (Ludw. Friedr. Wilh. von), kaiserlich deutscher Vizeadmiral, geb. 4. März 1820 zu Anklam, entschied sich im Alter von 15 Jahren für den seemännischen Beruf, begann seine Laufbahn auf Handelsschiffen, machte zählreiche Reisen und brachte es bald zum Kapitän. Bei der Bildung der preuß. Marine im J. 1849 trat er als Auxiliaroffizier in dieselbe ein, wurde 1856 Kapitänlieutenant,‚, 1859 Korvettenkapitän, nachdem er vorher einige Jahre auf die engl. Marine kommandiert war. Im J. 1861 wurde er als Decernent und Vorstand des Hydrographischen Bureau in das Marineministerium zu Berlin berufen und 1865 als Kommandant der Dampfkorvette Nymphe mit dieser nach dem Mittelmeer entsandt. Im Deutsch-Ssterreichischen Kriege wurde er zum Befehlshaber der aus der Nymphe u. s. w. bestehenden preuß. Nordseeflottille ernannt. Während des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 und 1871 kommandierte er die Panzerfregatte König Wilhelm im Geschwader des Vizeadmirals Jachmann und wurde 1871 zum Chef der Marinestation der Nordsee befördert. Im J. 1872 ernannte ihn der Kaiser zum Kontreadmiral und berief ihn als Direktor der Admiralität nach Berlin. Er verblieb in dieser wichtigen Stellung bis zum J. 1879, wurde jedoch zeitweilig während der J. 1873, 1874 und 1875 zur Führung des während der vier Sommermonate zusammengezogenen Übungsgeschwaders abkommandiert, 1877zum 8n3. admiral befördert und 1878 in den erblichen Ade stand erhoben. Das Verhältnis zwischen dem Chef der Admiralität, von Stosch, und H. gestaltete sich von Anfang an nicht besonders gut, da ersterer vor allem militärische Grundsätze in der Marine zur Geltung bringen zu müssen glaubte, während H. die Ansicht vertrat, daß dies nur insoweit angängig wäre, als dabei auch die nautisch-technischen Interessen volle Berücksichtigung fänden. Als H., von diesem Gesichtspunkte ausgehend, nach der Katastrophe des Großen Kurfürst (1878) sich dem Gutachten der Sachverständigenkommission anschloß, welche den Fall in einer Weise beurteilte, die den Anschauungen des Generals von Stosch diametral entgegenstand, war dies im Verein mit einer andern Differenz der wilhelmshavener Werft die Ursache zu einem offenen Bruch zwischen beiden, infolge dessen H. vom Kaiser seinen Abschied erbat und mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt wurde. H. lebt seitdem in Berlin. Außer zahlreichen Abhandlungen von nautisch-militärischer Natur hat H. ein größeres Werk: Die Kriegführung zur See in ihren wichtigsten Epocheno (Berl. 1881), veröffentlicht.