FeedHenikstein (Alfred, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Henikstein (Alfred, Freiherr von), österr. Feldmarschalllieutenant, geb. zu Oberdöbling bei Wien 11. Aug. 1810, Sohn des mit Mozart befreundeten jüd. Bankiers Ritter Joseph von H., wurde als Kind getauft und trat 1828 als Kadett in das österr. Ingenieurkorps, zeichnete sich 1848 in Italien aus, ieg 1849 zum Obersten im Generalstabe auf, wurde 1854 Generalmajor und diente 1859 als Feldmarschalllieutenant in Südtirol. In Anerkennung seiner damaligen Leistungen verlieh ihm der Kaiser den Freiherrenstand; 1860 wurde H. Generaladjutant der Armee in Italien, 1863 Kommandant des 5. Armeekorps und 1864 Chef des Generalstabes im Kriegsministerium. Bei Ausbruch des Deutschen Kriegs 1866 trat H. als Generalstabschef zur Nordarmee, wurde nach der Niederlage bei Königgrätz wie Feldzeugmeister Benedek seiner Stellung enthoben und vor ein Kriegsgericht gestellt. Das Verfahren ist nicht zu Ende geführt worden, doch wurde H. nach der Beendigung des Kriegs in den Ruhestand versetzt und starb 29. Jan. 1882 zu Wien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 107Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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