Hiller von Gärtringen (Joh. Aug. Friedr., 11. Nov. preuß. General, geb. in Magdeburg 11. Nov. 1772, machte in preuß. Diensten die Feldzüge in Holland und am Rhein mit und wurde 1806 gefangen. Im J. 1812 nahm er als Major am Kriege in Rußland teil, wurde 1813 Kommandant von Spandau, bei der neuen Armeeformation zum Adjutanten Yorks und sodann zum Brigadier ernannt. Er führte die Vorhut des Vorkschen Armeekorps, mit der er in der Schlacht bei Leipzi den ersten Angriff auf Möckern machte und dadur den Sieg in dem blutigen Treffen bei Möckern vorbereitete. Hier ward er auch verwundet. Er befehligte 1814 als Oberst die Infanterie der Vorhut unter dem Prinzen Wilhelm von Preußen und 1815 die 10. Brigade, mit der er bei Waterloo durch die Erstürmung von Planchenoit zur Entscheidung des Sieges beitrug. Hierauf wurde er Generalmajor und Kommandant von Stettin, 1817 als Divisionskommandeur nach Posen und 1826 nach Breslau versetzt und dort zum Generallieutenant befördert. Er trat 1836 als General der Infanterie in den Ruhestand und starb zu Berlin 18. Jan. 1856. Sein Sohn, Wilhelm, Freiherr H. von Gärtringen, preuß. Generallieutenant, wurde 28. Aug. 1809 zu Pasewalk in Pommern geboren, trat 1826 als Freiwilliger in das 1. Garderegiment zu Fuß, besuchte 1834 —37 die Allgemeine Kriegsschule und machte 1842—44 die russ. Kämpfe im Kaukasus als Freiwilliger (beurlaubt) mit. Nach seiner Rückkehr wurde er rasch befördert und Flügeladjutant des Königs, 1856 Oberst und Kommandeur des 1. Garderegiments zu Fuß, 1859 Brigadekommandeur und Kommandant von Potsdam. Im Jan. 1866 erhielt er den Befehl über die 1. Garde-Infanteriedivision, an deren Spitze er im Duna desselben Jahres in Böhmen einzog. Dort schlug H. das siegreiche Gefecht bei Burkersdorf, nahm Königinhof und trug 3. Ri 1866 zum glücklichen Ausgange der Schlacht bei Königgrätz wesentlich bei, indem er gegen den Schlüssel der österr. Stellung, das Dorf Chlum, vordrang und dasselbe, fast ohne auf Widerstand zu stoßen, besetzte, demnächst aber gegen die heftigen Angriffe der zahlreichen feindlichen Reserven erfolgreich verteidigte und Rosberitz in Besitz nahm. Hier fiel H. von einer Granate getroffen.