FeedHeraklea
ErdkundeBrockhaus 1882

Heraklea (grch. Herakleia, d. 1. Herculesstadt) ist der Name einer großen Anzahl von Städten des Altertums, die alle von Griechen gegründet oder in späterer Zeit von solchen in Besiß genommen worden sind. Politisch am wichtigsten war darunter H. in Bithynien am Schwarzen Meere, daher auch Pontica genannt, dessen Trümmer sich bei dem heutigen Dorfe Eregli finden. Es wurde um 550 von Megarern (nach andern von Milesiern) gegründet, unterwarf sich das bedeutende Küstengebiet der Mariandyner, gründete selbst wieder mehrere Kolonien und behauptete längere Zeit unter einer aristokratischen Verfassung, seit 364 v. Chr. unter der Herrschaft einzelner Tyrannen, des Klearchos und dessen Nachkommen, eine hervorragende Stellung, bis es in die Gewalt der syr. Herrscher kam und zuletzt mit ganz Bithynien der Herrschaft Roms einverleibt wurde. Vgl. Kämmel, MHeracleotica. Beiträge zur ältern Geschichte der griech. Kolonisation im nördl. Kleinasiend (Plauen 1869). Außerdem waren nicht unbedeutend: H. am Flusse Siris, in Lucanien in Unteritalien, eine Kolonie der Tarentiner, bekannt durch den Sieg des Königs Pyrrhus über die Römer (280 v. Chr.); ferner H. bei Trachis in der Landschaft Malis in der Nähe der Thermopylen, eine Kolonie der Spartaner; endlich zwei Städte in Macedonien: H. Lynkestis loder Pelagonia), an der Via Egnatia, nicht weit vom rechten (westlichen) Ufer des Flusses Erigon, und H. Sintica nahe dem rechten (westlichen) Ufer des Strymon (bei dem jetzigen Zervochori).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 118Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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