Heraklides (grch. Herakleides), griech. Philosoph und Geschichtschreiber aus Heraklea am Pontus Euxinus (Schwarzen Meer), daher Pontikos genannt, lebte um 325 v. Chr., hörte den Plato, Speusippus und Aristoteles und verfaßte außer philos., grammatischen, rhetorischen und andern erken auch einige Werke histor. Inhalts. Ob aber die unter seinem Namen überlieferten Excerpte füber griech. Staatsverfassungen auch nur zum Teil aus seinen Schriften herrühren, ist streitig. Dieselben sind am besten von Schneidewin (Gött. 1848) und in Müllers Fragmenta historicorum Graecorumo (Bd. 2, Par. 1853) herausgegeben. Zwei erhaltene kleine Schriften, die KAllegoriase Homericaes (herausg. von Sch ow, Gött. 1782) und De incredibilibuso, kritisch berichtigt in Westermanns Mythographis (Braunschw. 1843), rühren sicher nicht von H. her; sie werden mit mehr Recht einem Herakleitos (oder zwei Männern dieses Namens) zugeschrieben. H. war ferner der Name einiger griech. Arzte. Der berühmteste derselben, H. von Tarent, lebte um 230 v. Chr. und war der ausgezeichnetste Arzt der empirischen Schule, welcher sich vorzüglich um die Arzneimittellehre durch zahlreiche zweckmäßige Vorschriften verdient machte. Er war auch der erste, der sich sog. kosmetischer Mittel bediente. Ebenso wurden die Chirurgie und Augenheilkunde durch ihn gefördert. ö