FeedHesychasten
ReligionBrockhaus 1882

Hesychasten (Quietisten) ist der Name einer mystischen Sekte, welche unter den griech. Mönchen, besonders des Berges Athos, im 14. Jahrh. hervortrat. Sie behaupteten, man könne zu einer sinnlichen Anschauung Gottes, des ewigen, himmlischen Lichtes, gelangen. Zu diesem Zweck zogen sie sich von der Welt zurück und gaben sich in völliger Ruhe (daher der Name H., d. h. edie Ruhendeno) beschaulicher Betrachtung hin. In ununterbrochenem Gebet setzte sich jeder an einen abgesonderten Ort und richtete fortwährend den Blick auf seinen Nabel. Daher hießen sie auch Mabelseeleno, Omphalopsychoiv. Der Mönch Barlaam griff sie heftig an, aber Gregorios Palamas, Erzbischof von Thessalonich, war ihr eifriger und einflußreicher Fürsprecher. Vier Synoden zu Konstantinopel (zwischen 1341 und 1351) erklärten die H. für rechtgläubig. Vgl. Engelhardt, Die Arsenianer und Hesychasteno (in der Zeitschrift für histor. Theologiev, Bd. 8); Stein, «Studien über die H. des 14. Jahrh.y (Wien 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 197Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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