Himerius, griech. Sophist im 4. Jahrh. n. Chr., in Prusias in Bithynien geboren, erteilte in Athen, wo er seine erste Bildung erhalten hatte, mit vielem Beifall Unterricht in der Redekunst. Vom Kaiser Julian, bei dem er in hoher Achtung stand, wurde er 362 n. Chr. nach Antiochia berufen. Nach dem Tode desselben zog er sich für längere Zeit zurück, kehrte aber 368 nach Athen zurück, wo er um 386 in hohem Alter starb. Von seinen vielen Prunk⸗ und „Gelegenheitsreden, die ganz den Schwulst und die Affektation seiner Zeit an sich tragen, sind 34 vollständig erhalten, herausgegeben von Wernsdorf )Gött. 1790) und zusammen mit den von andern besorgten Werken des Philostratus und andern Au5toren von Dübner (Par. 1849). Himeros (grch.), in der griech. Mythologie die )Personifikation der Sehnsucht. . Himjariten (bei Ptolemäus: Homeritaec) ist der Name eines arab. Volks, welches seinen Ursprung von Himjar, einem der Söhne des 1Saba, herleitete, in Südarabien (Jemen) ansässig war und, im Gegensatz zu den beduinischen Arabern, feste Wohnsitze hatte. Die ersten Andeutungen über die H. gibt das Alte Testament, welches eine Königin von dem ohne Zweifel in Jemen zu hsuchenden Saba (eigentlich Shéba, 1 Kön. 10) erewähnt, die zur Zeit Salomos gelebt haben soll. nSaba (daher der Name Sabäer) mag schon in sehr früher Zeit das Centrum einer eigentümlichen Kultur gewesen sein, in welchem etwa im 7. Jahrh. v. Chr. ein König Himjar, Sohn des Abd Shams ur Herrschaft gelangte, welche seine Familie mehrere Fahrhunderte hindurch mit den Kahlaniten teilte. Ungefähr vom 1. Jahrh. v. Chr. behauptete die himjarische Dynastie der Tobba die Herrschaft bis zum J. 525 n. Chr. Die Schrift der Himjaren, aus welcher die äthiopische hervorging, bildet mit dieser den südl. Zweig der Schriftarten, in welche sich die altsemitische Schrift schon in fehr früher Zeit gespalten hat. Die Araber nennen sie gewöhnlich al-Musnad (d. i. die altherkömmliche). Dieselbe geht von rechts nach links und in seltenen Fällen auch in umgekehrter Richtung (Bustrophedon), die Buchstaben stehen durchaus isoliert. Die Sprache der himjaritischen Inschriften bietet sowohl rücksichtlich der Formenbildungen wie der lexikalischen Bestandteile die meisten Analogien mit dem Arabischen und Athiopischen, zum Teil auch dem Hebräischen. Die Lesung der Inschriften bietet jetzt im wesentlichen keine Schwierigkeiten mehr, während das eigentliche Verständnis der Sprache derselben noch mancherlei Zweifeln unterworfen ist. Vgl. C. Roediger, Versuch über die himjaritischen Schrift monumenter (Halle 1841); derselbe, Exkurs zu der Reise Wellstedso (Halle 1842); Osiander, Zur himjarischen Altertums⸗ und Sprachkundey (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschafto, Bd. 10, 19 u. 20); Franz Prätorius, Beiträge der himjarischen Inschriftend (Halle 1872 fg.); Halevy, Utudes Sabéenneso (Par. 1873); D. H. Müller und Mordtmann, (Himjarische Studieno und »Sabäische Denkmäler» (Wien 1883). Viele der zum Teil sehr schönen, freilich nur noch in Ruinen vorhandenen Baudenkmäler, auf welchen die Inschriften sich finden, mögen aus der Zeit der Herrschaft der Tobba', der Blütezeit des himjarischen Reichs, herrühren. In die Regierungszeit von Tobba al-Akran (90 — 140 n. Chr) fällt wahrscheinlich der Dammbruch, welcher den Ruin der fruchtbarsten Gegenden Südarabiens und den Untergang der alten Stadt Marib herbeiführte und zahlreiche Auswanderungen verschiedener bisher in Südarabien ansässig gewesener Stämme von Süden nach Norden zur Folge hatte. Tibbän As'ad Abũ Karib (200—236) ging zum Judentum über, das er in seinem Reiche einführte. Der letzte König war Dsuü Nuwäs (490—525), gegen welchen die von ihm hart verfolgten I in Nardshrän den Nĩégüs von Athiopien herbeiriefen, welcher mit einem Heer von 70000 Mann in Südarabien einfiel und im J. 525 das himjaritische Reich stürzte.