FeedHexeufahrt
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Hexeufahrt findet nach der Sage hauptsächlich am 1. Mai in der Walpurgisnacht (in einigen Gegenden auch am Michaelistage) auf den Blocksberg (Brocken) und andere durch den Aberglauben bezeichnete Höhen statt und zwar reiten die Hexen dain nach Anwendung der Hexensalbe und einer beimmten Zauberformel durch die Luft auf Besen oder auf Elsternschwänzen, Mist⸗ oder Ofengabeln, Ziegenböcken u. s. w. Der Schornstein ist ihr Aus- und ++ In Gesellschaft des Teufels, ihres Herrn und Meisters, dem sie unzüchtige Verehrung erweisen, führen sie dort Tänze und wüste Lustbarkeiten auf „„tanzen den Schnee wegy und schwärmen dann in derselben Nacht in ähnlicher Fahrt umher und stiften Schaden. Es ist der große Hexensabbat, ein Nachklang von gottesdienstlichen Versammlungen der heidnischen Zeit, vor allem der Frühlingsfeier zu Ehren der Hoch eit Wodans und Friggas, die durch ihren lunzessrohen Einzug in die jubelnde Frühlingslandschaft den Sieg über den Winter mit seinen Schrecken und Plagen verkünden. Auch in Ostpreußen gibt es Ine Blocksberge, in Süddeutschland Walpurgisge, in Tirol wie anderswo werden überhaupt die höchsten Bergspitzen oder auch tiefe Schluchten als Versammlungsorte der Hexen angegeben; bekannt ist der Hexentanzplatz bei Thale im Harz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 210Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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