FeedHexeumeister
AllerleiBrockhaus 1882

Hexeumeister entspricht als Mann wesentlich der Bedeutung Hexe als Weib; an beiden haftet die Beziehung zu übernatürlicher Macht und zum Teufel, und dieses wird bei beiden durch die Beichnung Unhold » ausgedrückt. Auch der H. übt ie Bosheitszauberei und zwar steigert sie sich bei ihm bisweilen zu der höchsten Stufe raffinierter diabolischer Frevelthat. Im übrigen ist der H. eine —— Erscheinung als die Hexe. Wenn bei der tztern die Erlangung der Zaubermacht mehr auf einer geheimen Überlieferung (Unterricht durch eine alte Hexe oder Familienerbschaft) beruht und einfachere Mittel e. nimmt sie bei dem H. oft eine mehr kunstreiche, gewissermaßen wissenschaftliche Gestalt an und die betreffenden Beschwörungsformeln und Veranstaltungen sind in Büchern nieder-Leleht; wie «Fausts — — ». Bei dem H. esonders tritt auch der wirkliche Kontrakt mit dem Teufel ein, das Bündnis wird durch die Unterschrift mit dem eigenen Blute 30 uasen Zur Zeit der Hexenprozesse wurden auch viele H. gerichtet und verbrannt, so auch 1314 Jakob von Molay und andere Tempelherren, denen neben Ketzerei auch Zauberei vorgeworfen wurde. In der Volkssage ist der stus Paracelsus allgemein als H. Litteratur s. unter Hexe: vgl. ferner Horst, „Dämonomagier (2 Bde., Frankf. 1818); derselbe, „Zauberbibliothek (6 Bde., Mainz 1821 — 26); ntanus, „Die deutschen Volksbräuche, Volksglaube und mythol. Naturgeschichtes (Iserl. 1858).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 211Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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