Hieronymiten oder Hieronymianer, Einsiedler, Eremiten des heiligen Hieronymus, Mönchsorden, um 1370 von dem Portugiesen und Tertiarier des Franziskanerordens Vasco und dem Kammerherrn Peter des Grausamen von Castilien, Peter Ferd. Pecha, in der Nähe von Toledo gestiftet, 1373 von Gregor XI. bestätigt. Die H. unterwarfen sich der Regel des heil. Augustin, widmeten sich besonders der Pflege der Wissenschaften und verbreiteten sich rasch in Spanien und Portugal, später auch in Amerika. Die Ordenstracht ist ein weißer Rock von grobem Stoff, eine kleine Kapuze und ein Scapulier, beides von schwarzer Farbe. Hauptklöster des Ordens waren in Guadalupe, St. Just (wo Karl V. lebte) und im Escorial (durch Philipp II. eingerichtet). Später verfiel auch dieser Orden in weltliches Treiben. Er wurde aufgelöst und besteht jetzt nur noch in Amerika. — Einen weiblichen Zweig dieses Ordens, Einsiedlerinnen des heiligen Hieronymus oder Hieronymitinnen stiftete Maria Garcias 1375 im Kloster des heil. Paul zu Toledo. Erst unter Julius II. legten sie ein feierliches Gelübde ab und wurden förmlich anerkannt. Sie trugen ein weißes Kleid mit braunem Scapulier, waren früher in Spanien sehr verbreitet, bestehen aber jetzt nicht mehr. — Aus den Mitgliedern des Ordens der spanischen H. bildete der dritte General, Lupus d'Olmedo (gest. 1433), im J. 1424 eine abgesonderte [Kongregation der Eremiten des heiligen Hieronymus von der Observanz und gab ihr eine aus den Werken des Hieronymus zusammengestellte Regel. Martin V. bestätigte sie 1426. In Spanien wurde sie 1595 mit den übrigen H. wieder vereinigt und kehrte dabei zur Regel des Augustin zurück. In Italien dagegen bewahrte sie (seit 1429) ihre Selbständigkeit als Kongregation der Eremiten des heiligen Hieronymus von der Lombardei und hat sich in einigen Klöstern bis jetzt erhalten. — Die Bettelbrüder oder Eremiten des heiligen Hieronymus Gauperes Eremitae S. Hieronymi) gründete Peter Gambacorti oder Petrus de Pisis im J. 1377 in einer Einöde bei Montebello aus bekehrten Räubern. Er gab ihnen zunächst eine sehr strenge Regel, welche jedoch 1444 bedeutend gemildert und 1568 durch die Regel des Augustin ersetzt wurde. Anfangs rasch verbreitet, auch in Tirol und Bayern, zählt der Orden jetzt nur noch wenige Klöster. — Ein dritter Orden der H., im J. 1406 begründet von Karl von Montegranelli zu Fiesole, daher Congregatio Fesulana genannt, wurde schon 1668 von Papst Clemens IX. wieder aufgelöst.