Hierökles ist der Name mehrerer griech. Philosophen und Rhetoren. Besondere Erwähnung verdient der H., welcher zu Ende des 3. und im Anfang des 4. Jahrh. n. Chr. lebte. Er war als röm. Statthalter von Bithynien in Nikomedien ein Hauptbeförderer der Christenverfolgung, welche der Kaiser Diocletian 303 n. Chr. von dort aus verhängte. Auch bekämpfte er das Christentum in Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IX. einer eigenen Schrift, die man aber nur noch aus Lactanz und besonders aus einer Gegenschrift des Eusebius kennt. Wahrscheinlich war er Neuplatoniker. Vgl. Keim, Der üÜbertritt Konstantins zum 1 . (Zür. 1862). Der als Neuplatoniker bekannte H. lehrte im 5. Jahrh. n. Chr. zu Alexandria mit Beifall. Außer Auszügen und Bruchstücken anderer Werke ist von ihm erhalten ein mehr philos. als grammatischer Kommentar zu den Goldenen „Wullne des Pythagoraso, zuletzt herausg. von Mullach (Berl. 1853) und in den Fragmenta philosophorum Graecorumo 1568 1, Par. 1860), ins Deutsche übersetzt von Schultheß (Zür. 1778). Eine Sammlung spaßhafter Erzählungen und Einfälle, die nach andern Korais unter dem Titel Asteia (Par. 1812) und unter dem Titel πννενσε, Hieroclis et Philagrii facetiaes Eberhard (Berl. 1869) herausgegeben und die Ramler (Berl. 1782) übersetzt hat, rührt sicher nicht von einem der beiden genannten H. her. Gesamtausgaben des von den Schriften des Neuplatonikers Erhaltenen nebst der Sammlung von DRedß bes (Gumt Pearson (Lond. 1654 u. 1675) und Needham (Cambr. 1709).