Himmelskörper, und mit ihnen auch die Erde selbst, schweben. übrigens erscheint der H. bei völlig freier Aussicht genau genommen nicht als ein halb— kugelförmiges, sondern als ein bei weitem flacheres Gewölbe; am Horizont scheint er uns entfernter als in der Höhe, was man aus der Menge der Gegenstände erklärt, die wir zwischen uns und den Grenzen des Horizonts erblicken. Die blaue Farbe des Himmelsgewölbes rührt nach der ältern allgemeinen, besonders von Brandes vertretenen Ansicht von dem Sonnenlicht her, dessen blaue Strahlen die Luftteilchen der Erdatmosphäre nach allen Seiten unregelmäßig zurückwerfen oder zerstreuen; ohne diese Lichtzerstreuung würde der heitere H. auch am Tage, mit Ausnahme der Sonne selbst, schwarz erscheinen müssen Daß aber der H. gerade blau und nicht weiß erscheint, obgleich das Sonnenlicht farblos ist, hat seinen Grund darin, daß die reine, dunstfreie Luft nicht alle Arten farbigen Lichts gleich gut zurückwirft, sondern vorzugsweise das blaue Licht, während sie das rote und gelbe vorzugsweise durchläßt. Die wässerigen Dünste werfen dagegen alle Arten von Licht ziemlich gleich— mäßig zurück, daher das weißliche, milchige Ansehen des H., wenn die Luft mit vielen Dünsten erfüllt ist; je dunstfreier die Luft ist, um so dunkler erscheint das Blau des H. Auf hohen Bergen ist das Ansehen des H. dunkler, weil dort die dünnere Luft weniger Licht zurückwirft. Nach einer andern neuern Ansicht rührt die Himmelsbläue von der Interferenz des Lichts an den in der Sonne befindlichen kleinen Staub⸗ und Dunstteilchen her, und wäre also keine gewöhnliche Reflexions⸗, sondern reflektierte Interferenzfarbe. Diese Ansicht, jedoch nur in Bezug auf die als zarte Hüllen in der Luft schwebenden Dunstbläschen, wurde von Clausius (1849) aufgestellt und begründet. Je nach dem Grade der wiederholten Zurückwerfungen des nach den Gesetzen dünner Blättchen an den feinen Wasserdampfbläschen interferierten Lichts kommen die verschiedenen Stärkegrade des Himmelsblau zu Stande. Die Instrumente, welche zum Messen der Abstufungen der Himmelsbläue dienen, heißen Cyanometer (s. d.). Die künstliche Darstellung des H. nennt man Himmelsglobus. (S. Globus.)