Hof (in der Meteorologie) nennt man den die Sonne oder den Mond zuweilen umgebenden hellen oder farbigen Ring. Man hat zweierlei Höfe u unterscheiden: kleinere, die bei der Sonne nur elten, beim Mond aber sehr oft gesehen werden, und größere; beide sind nicht nur der Erscheinung, sondern auch ihrem wahrscheinlichen Ursprunge nach wesentlich verschieden. Die kleinern kommen vor, wenn die Luft mit Dünsten schwach erfüllt ist; dann zeigen sich dicht um den Mond oft mehrere kleine, regenbogenartig gefärbte Höfe, die am Rande nach außen rot, nach innen violett erscheinen. Benauncd erklärt sie sehr befriedigend aus der eugung der Lichtstrahlen, die an den Rändern der in der Atmosphäre schwebenden Dunstkügelchen vorbeigehen. Daß diese Erklärung richtig ist, zeigt sich, wenn man nach einer Flamme durch eine mit Bärlappsamen (Blitzpulver, Hexenmehl, Semen Lycopodii) bestreute oder durch eine zart angehauchte Glasscheibe hinsieht; man erblickt dann diese ebenfalls von einem solchen Farbenkranze umschlossen, und zwar in derselben Farbenfolge wie beim Hauptregenbogen, d. i. an der konvexen äußern Seite rot, am konkaven innern Rande aber violett. Die Ursache ist jedoch hier nicht wie beim Regenbogen die Brechung, sondern die Beugung der Lichtstrahlen an den Rändern der kleinen Samenkörnchen. Je kleiner diese sind, desto breiter treten nach den Beugungsgesetzen die farbigen Bänder auf, was in der That stattfindet, wenn man die Glasscheibe mit einem noch feinern Pulver, z. B. des Samenstaubes vom Bovist (Cierpilz), zart bedeckt. Noch direkter werden solche Höfe hervorgerufen,‚ wenn man gegen eine Flamme ein feines Pulver,‚ 3. B. Semen Lycopodii, bläst, wodurch die kleinen Staubteilchen die Flamme schwebend umgeben und dabei die Beugungserscheinungen bewirken. Weil vor einem Regenwetter die Dunstkügelchen sich verrößern, so verengern sich dann auch die Höfe. Im inter sind im allgemeinen die Dunstkügelchen von größerm, mithin die Höfe von kleinerm Durchmesser. Nur wenn alle Beugungskörperchen von nahezu gleicher Größe sind, erscheinen die Höfe in Farben; im Gegenfalle treten sie mit einem weißlichen Schein auf, weil dann die farbigen Ringe sch so decken, daß sie sich zur Farblosigkeit mischen. Die Höfe des Mondes werden häufiger als jene der Sonne wahrgenommen, weil letztere mit ihrem Docd Lichte den H. überstrahlt; schwächt man jeoch das Sonnenlicht ab, etwa dadurch, daß man das Sonnenbild in einem Wasser⸗ oder geschwärzten Glasspiegel beobachtet, so erblickt man häufig Höfe, von deren Vorhandensein man keine +i hatte. Die größern Höfe sind den vorigen sowohl in der Erscheinung als auch hinsichtlich ihrer Ursache so verschieden, daß es sich empfehlen würde sie besonders zu benennen. Dies Hetorthn jedoch nur selten dadurch, daß man jeden derartigen H. speziell als alo bezeichnet. Die Höfe führten nämlich in rüherer Zeit den Namen Halones, welche Bezeichnung jetzt hier und da ausschließlich nur für die großen Höfe (Halos) angewendet wird. Diese letztern umgeben den Mond oder die Sonne als Ringe von 22 und 46° Halbmesser und sind oft mit der Erscheinung von Nebenmonden und Nebensonnen, sowie mit andern horizontalen, vertikalen oder schiefliegenden Kreisen verbunden. Bei dieser Art von Höfen erscheint das Rot an ihrer innern, das Violett aber an ihrer äußern Seite, also besitzen sie dieselbe Farbenfolge wie der erste Nebenregenbogen. Man erklärt sie nicht wie die kleinern Höfe durch die Beugung, sondern aus der Brechung des Lichts an prismatischen Eisteilchen, die in der Luft schweben, was dadurch an Wahrscheinlichkeit gewinnt, daß sich diese Erscheinungen im Winter und in kalten Gegenden am häufigsten zeigen. Die auffallend hellsten fleckenartigen Stellen dieser großen Höfe nennt man Nebensonnen oder Nebenmonde, je nachdem jene die Sonne oder den Mond umkränzen.