Physica, Jst die Wissenschafft der natürlichen Dinge, so wir durch Hülffe unserer fünff Sinnen betrachten können; als alle natürliche Cörper ihren Wesen, Ursachen und Eigenschafften nach, daraus die Welt bestehet, und die sowol auf der Erden und im Meer, als auch an dem Himmel befindlich sind, so fern sie nemlich eine gewisse angebohrne Natur, das ist, eine Disposition und Krafft etwas zu vollbringen und sich zu bewegen, oder zu erleiden, und zu ruhen in sich haben. Daraus erlernet man, wie der schöne Himmel, wie die Sonne, Mond, samt andern Planeten, wie auch die Fix-Sternen und Cometen beschaffen, ingleichen wie die Finsternissen entstehen. Von dem Himmel kommt die Physic auf die Erde, und betrachtet erstlich die vier Elemente, als Corpora simplicia, darauf gehet sie fort zu den Corporibus Compositis, unter welchen einige imperfecta mixta genennet werden, welche aus einer geringen und unbeständigen Vermischung einiger Elementen gezeuget werden, dergleichen die Meteora sind. Nun kommt die Erde selbst in Consideration, und in derselben anfangs die schlechten wie auch edlen Steine, und folglich die Mineralien und Metallen von allerhand Sorten, als Schwefel, Qvecksilber, Spieß-Glas, Gold, Silber, Zinn, Kupffer, Bley etc. mit einem Wort, das so genannte Mineralische Reich. Nach den leblosen Sachen stellet die Physic ferner die lebenden oder beseelten vor, und hier zeigen sich zuerst die Erdgewächse, als da sind Kräuter, Blumen, Stauden, Bäume u. d. gl. Solche haben ein Leben, welches Anima Vegetativa genennet wird, krafft dessen sie aus der Erden wachsen, sich nähren, zunehmen und fortgepflantzet werden. Hierinnen bestehet das Vegetabilische Reich. Alsdenn treten die Thiere hervor, so nicht allein ein Leben haben, sondern auch mit der Bewegung von einem Orte zum andern, und der Empfindlichkeit begabet sind, und in fliegende, schwimmende, gehende und kriechende sich theilen lassen. Endlich kommen auch deren innerliche und äusserliche Sinnen in Betrachtung, samt andern Eigenschafften, als da sind das Wachen, der Schlaf, die Träume, der Hunger, Durst und sonst was einiedes besonders an sich hat. Dieses alles gehöret zu dem Animalischen Reiche, als worzu auch die Menschen selber, dem Leibe nach billig zu rechnen sind. Diese Wissenschafft lehret den grossen Schöpffer aller Dinge aus seinen Wercken erkennen, und ist ein kräfftiges Mittel wider Aberglauben und Atheisterey, auch dienet sie dasjenige einzusehen, was zu Erhaltung unsrer selbst nöthig ist. Gehöret demnach mit unter diejenigen Stücken, welche ein Cavalier zu lernen und zu treiben bemühet seyn soll.