Hiroocervus (lat., (Bockhirscho), wie das griech. Tragelaphos (s. d.) eine groteske Ausgeburt der Phantasie. (S. Chimära.) Hirkai-Sherif besser Chirkai Sherif), auch Burda genannt, ist der Name des aus Kamelhaaren gewebten schwarzen Kleides (oder Mantels), welches ursprünglich dem Propheten Mohammed ge-Der haben und von ihm Manmtel worden sein soll. er Sage nach ist der Mantel derselbe, welchen Mohammed im neunten Jahr der Hedschra dem Dichter Kab bin Suhair geschenkt haben soll. Der Kalif Muäwija soll den Mantel den Nachkommen des Kab abgekauft haben. So soll er von der Familie der Omajjaden auf die der Abbäsiden und von dieser auf die ägypt. Fätimiden gekommen und bei Gelegenheit der Eroberung AÄgyptens zugleich mit der Fahne des Propheten aufgefunden worden sein. Dieser Mantel wird jetzt in der Schatzkammer des Sultans in Konstantinopel zugleich mit dem sog. Sandshak Sherif KerSudns des Propheten) und andern Reliquien, wie dem Säbel und dem Bogen des Propheten u. a., aufbewahrt. Der Prophetenmantel ist in vierzig seidene Hüllen eingewickelt und wird nur einmal im Jahre (am 15. des Monats Ramadhän) feierlich enthüllt. Nachdem der Sultan und die Großwürdenträger die Reliquie geküßt und ihr ihre Verehrung mit den ent-Mannel ein Feierlichkeiten erwiesen haben, wird der antel einen Augenblick in ein mit Wasser gefülltes Becken getaucht. Der Kyzlar aghasi (Chef der schwarzen Eunuchen) läßt das Wasser des Beckens in kleine, mit seinem Siegel dann verschlossene Fläschchen füllen und überschickt diese denen die an der feierlichen Ceremonie teilgenommen haben. Hirkulation (vom lat. hircus), geiles Wuchern des Weinstocks, wenn er nur in die Reben treibt. Hirn, s. Gehirn. Hirn (Gust. Adolf), hervorragender Physiker, geb. 21. Aug. 1815 zu Logelbach bei Colmar im Elsaß, trat 1834 als Farbenchemiker in eine Kattunfabrik in Logelbach ein und blieb, als diese 1842 in eine Baumwollspinn⸗ und Webefabrik umgewandelt wurde, in derselben als Ingenieur. In dieser Stellung begann H. 1843 seine grundlegenden Untersuchungen, welche die Harmonie zwischen Theorie und Praxis mehrerer wichtiger und schwieriger Fragen der Mechanik und Wärmelehre herstellen. Gegen Ende 1880 gründete er ein meteorolog. Observatorium bei Colmar, in welchem er seine wissenschaftlichen Arbeiten fortsetzt. Außer zahlreichen Abhandlungen, besonders aus dem Gebiete der Mechanik und Wärme, in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlichte H. an selbständigen Werken L'équivalent mécanique de la chaleuro (1858), Théorie mécanique de la chaleuro (2 Bde., Colmar 1861; 3. Aufl., Par. 1875), Analyse de Punivers (1868), (Mémoire sur les anneaux de Saturner (Straßb. 1872), Les Pandynamomètreso (Par. 1876). H.s Arbeiten zeichnen sich durch Scharfsinn im Ausdenken und Deuten des Experiments, sowie durch die möglichst große Genauigkeit der Daten und endlich auch durch philos. Denken und völlige Selbständigkeit aus. Die seit der pariser Weltausstellung von 1867 sehr verbreiteten Drahtseiltriebe sind von seinem Bruder, Ferdinand H. (gest. 29. Dez. 1879), erfunden worden.