Houchard (Jean Nicolas), franz. General, geb. zu Forbach in Lothringen 1740, trat in die franz. Kavallerie ein und stieg bis zum Ausbruche der Revolution zum Dragonerkapitän auf, zeichnete sich 1792 unter Custine aus und erhielt im Mai 1793 den Oberbefehl über die Rhein⸗ und Moselarmee. 8 übernahm im Aug. 1793 an Custines Stelle den efehl über die Nord⸗ und Ardennenarmee, reorganisierte dieselbe, lieferte vom 5. bis 8. Sept. glückliche Gefechte gegen das Korps des hannov. Generals von Freytag und entsetzte Dünkirchen, trieb 13. Sept. die Holländer zurück, erlitt aber 15. Sept. bei Courtray eine Niederlage und wurde deshalb vom Revolutionstribunal zum Tode verurteilt und 16. Nov. 1793 guillotiniert. Sein Sohn veröffentlichte späterhin eine Rechtfertigungsschrift: Notice sur la vie du général H.v (Straßb. 1809). Hondetot (Clisabeth Frangoise Sophie de Lalive de Bellegarde, Gräfin von), geistreiche Französin, geb. 1730, gelangte besonders durch ihre Bekanntschaft mit Rousseau, der ihrer oft in seinen Schriften gedenkt und ihr viele poetische Anregungen verdankt, zu einer litterarischen Berühmtheit. Sie starb 22. Jan. 1813 als die letzte aus dem Kreise der Encyklopädisten. Hondon (Jean Antoine), franz. Bildhauer, geb. zu Versailles 1741, war Schüler Pigalles und einiger Zeitgenossen, und gewann den großen Preis für Skulptur. Nach einem zehnjährigen Aufenthalt in Narme kehrte er nach Frankreich zurück, wo die armorstatue Morpheus (ietzt in der pariser Kunstscast. ihm die Aufnahme in die Akademie verschaffte. Eine Vestalin, eine Minerva und die große anatom. Studie, die unter dem Namen L'écorché in den Schulen Musterbild für die Muskelstruktur des menschlichen Körpers wurde, begründete seinen Ruf. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika übertrugen ihm die Verfertigung einer Bildsäule von Washington, zu welchem Behuf er sich mit Franklin nach Philadelphia begab und hier die Büste modellierte, welche er später als Marmorstatue (ietzt im Sitzungssaal des nordamerik. Kongresses) ausführte. Die im leichten Lauf hinschwebende nackte Diana, —— Bestellung der Kaiserin Katharina II. von Rußland für die Eremitage in Petersburg gearbeitet (peine Wiederholung in Bronze ist im Museum des Louvre zu Paris), das kleine Mädchen mit dem naiven Ausdruck des Frierens, La frileuse genannt und den Winter vorstellend KEam in den Besitz des Königs von Preußen), und das Seitenstück dazu: der Sommer, versinnbildlicht durch ein reizendes, blumenbekränztes Mädchen, steigerten seinen Ruf aufs höchste. H. ist wesentlich Naturalist und frei von der leeren akademischen Manier seiner Zeit. Ausgezeichnet sind auch seine Porträtbüsten, wie die der Kaiserin Katharina II. von Rußland, des Prinzen Heinrich von Preußen, Ludwigs XVI., Voltaire, Rousseau, Diderot, D'Alembert, Buffon, Gluck, Franklin, Lafayette, Mirabeau u. a. Auch seine Porträtstatuen haben leiche Vorzüge. Berühmt ist die sitzende Marmorsiatue Voltaires im Foyer des Theätre frangais zu Paris. H. starb zu Paris 16. Juli 1828.