FeedHülse
PflanzenreichBrockhaus 1882

Hülse (legumen) heißt in der Botanik eine au einem oberständigen Fruchtknoten hervorgegangen rucht, deren Schale sich zur Zeit der Reife de änge nach von der Spitze bis zur Basis in zwe Hälften (Klappen) spaltet, welche beim Austrockne sich oft spiralig rollen und die Samen in dem eine verdickten Rande (an der Bauchnaht) tragen. Eine Scheidewand ist im Innern der Frucht nicht vorhanden und daher diese selbst einfächerig. Man findet die H., deren äußere Gestaltung sehr variiert, als charakteristische Fruchtform besonders in der großen Familie der Schmetterlingsblütler. Hier, noch häufiger aber in den zunächst verwandten Familien der Cäsalpinien und Mimosaceen kommt auch eine eigentümliche Modifikation der H. vor, wo der Innenraum des Fruchtgehäuses durch eine Menge von Querscheidewänden in oft viele Fächer abgeteilt erscheint, deren jedes nur einen amen enthält. Sind die Scheidewände äußerlich durch quere Streifen oder Einschnürungen angedeutet (3. B. bei Coronilla, Ornithopus, Hedysarum), so erscheint die Frucht gegliedert. überhaupt nennt man die gefächerte H. Glied erhülse (omentum). Sie springt nicht auf, sondern sie bleibt entweder geschlossen oder zerspringt zur Reifezeit in so viele Stücke, als Fächer vorhanden sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 451Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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