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HeilkundeBrockhaus 1882

Humor (lat.) heißt ursprünglich Feuchti leit, von deren richtigem Verhältnis im menschlichen Körper die alten Arzte das geistige und körperliche Wohlsein wesentlich bedingt hielten. So bekam das Wort die Bedeutung von guter Stimmung, heiterer Laune und wurde endlich am Ende des 18. Jahrh. der allgemein übliche Ausdruck für die höchste Form des Komischen. Das klassische Altertum kannte den H. als abgesonderte Kunstart wenig oder gar nicht. Erst die Zeit des beginnenden Verfalls erzeugte den H. des lumnsten S Das Mittelalter, obgleich voll des lustigsten Schwanks, erhebt sich zum reinen H. nicht. Erst der Anfang der neuern Geschichte erzeugte Rabelais und Fischart, im Drama Shakspeare, im Roman Cervantes. Das 18. Jahrh. brachte namentlich in England den humoristischen Roman hervor und diese Form ist, wie namentlich Dickens beweist, von den Engländern bis in die neueste Zeit mit großer Vorliebe gepflegt worden. Aus der Anregung der engl. Humoristen sind auch vornehmlich die deutschen humoristischen Romane hervorgegangen, die am Ende des 18. Jahrh. massenhaft auftauchten, von denen aber nur die von Hippel und von Jean Paul bleibenden Wert haben; der H. der Romantiker, namentlich Tiecks und Clemens Brentanos, ist nicht selten gesucht; in neue⸗ —* Zeit hat sich Fritz Reuter als Humorist ersten anges bewährt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 463Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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