Hurter (Friedr. Emanuel von), ultramontaner Geschichtschreiber, geb. 19. März 1787 zu Schaffhausen, besuchte das dortige Kollegium und bezog 1804 die Universität Göttingen, um evang. Theologie zu studieren. Nachdem er mehrere geistliche Amter bekleidet, wurde er 1825 Antistes und Dekan in Schaffhausen, geriet aber bald mit den ihm untergebenen prot. Geistlichen, die ihn des Jesuitismus und Papismus beschuldigten, in Streitigkeiten. In seiner „Geschichte Papst Innocenz' III. und seiner Zeitgenossend (4 Bde., Hamb. 1834 42), einem durch gediegene Forschung und geistreiche Darstellung ausgezeichneten Werke, rechtfertigte er die päpstl. Hierarchie und verherrlichte das Mittelalter. Endlich forderten ihn seine theol. Kollegen in Schaffhausen auf, sich über seine Stellung zur reform. Kirche offen zu erklären. Seine von Leidenschaftlichkeit übersprudelnde Verteidigung: «Der Antistes H. von Schaffhausen und seine sog. Amtsbrüdero (Schaffh. 1846), vermochte ihn nicht zu rechtfertigen, Rean er sich endlich 1841 veranlaßt sah, seine Stelle niederzulegen. Im J. 1844 trat er in Rom zur kath. Kirche über und suchte in der Schrift: (Geburt und Wiedergeburt. Erinnerungen aus meinem Lebeny (2 Bde., Schaffh. 1845—46), diesen Schritt zu erklären. Im J. 1846 folgte er einem Rufe als k. k. Historiograph nach Wien. Die Ereignisse des J. 1848 verdrängten ihn zwar aus seiner Stellung, doch erhielt er dieselbe 1852 zurück. Er starb 27. Aug. 1865 zu Graz. H.s bedeutendstes Werk aus der letztern Zeit ist die «Geschichte Ferdinands II. und seiner Eltern» (Bd. 1—11, Schaffh. 1850—64). Sonst sind noch zu nennen: „«Denkwürdigkeiten aus dem letzten Decennium des 18. Jahrh.» (Schaffh. 1840), Philipp Lang, Kammerdiener Rudolfs II.» (Schaffh. 1851), Dur Gesteins vier letzte Lebensjahres (Wien 1862). Vgl. —. von Hurter, «Friedrich von H. und seine eite (2 Bde., Graz 1876—77).