Huber (Johs.), Philosoph und ein Führer der Altkatholiken geb. 18. Aug. 1830 zu München, studierte hier Theologie und Philosophie, promovierte 1854 mit einer Schrift aüber die Beweise vom Dasein Gottes bei Cartesiusv, habilitierte sich 1855 mit der Schrift Über Platos Lehre von einem ersönlichen Gotto, ward 1855 außerord. 1864 ord. Professor der Philosophie zu München. Schon seine «Philosophie der Kirchenväter» (Münch. 1859) erregte den Unwillen der Jesuiten. Das Buch kam 920 den Index, H. verweigerte den Widerruf und gehörte seitdem zu den entschiedensten Gegnern des Ultramontanismus. Mit Entschiedenheit bekämpfte H. das Vatikanische Konzil. Er war Mitverfasser des „(Janus » (Lpz. 1869), schrieb gegen Hergenröthers «Antijanus » die Schrift „Das Papsttum und der Staatv en Rande und «Freiheiten der franz. Philosophie »(Münch. 1870). Seit 1871 stand H. an der Spitze der altkath. Bewegung in Bayern. Dem Kampfe gegen den Ultramontanismus diente besonders das Werk «Der Jesuitenorden nach seiner Verfassung und Doktrin, Wirksamkeit und Geschichte »(Berl. 1873). Die Probleme der Freiheit des Willens, der Unsterblichkeit der Seele und des Pessimismus hat er in eigenen Schriften behandelt. Erwähnung verdienen auch: Johannes Scotus Erigenad (Münch. 1861) und Das Verhältnis der deutschen Philosophie zur nationalen Erhebung⸗ (Berl. 1871). H. starb 19. März 1879. Vgl. Zier-Huber (Ludw. Ferd.), belletristischer und polit. Schriftsteller, Sohn von Michael Huber, geb. in Paris 14. Sept. 1764, kam in seinem zweiten Jahre mit seinen Eltern nach Leipzig. Schon in seinem 15. Jahre trat er als Übersetzer auf. Bald darauf wurde er mit Christian Gottfr. Körner und durch diesen 1785 mit Schiller in Leipzig befreundet. Nachdem er in Dresden im Bureau des Ministers von Stutterheim einige Zeit gearbeitet, wurde er 1788 Legationssekretär bei der sächs. Gesandtschaft zu Mainz. Mit aulerr 7538 seiner amtlichen Stellung nahm er sich seit 1793 der verlassenen Familie seines Freundes Johann Georg Forster (s. d.) an, dessen Witwe Therese er 1794 heiratete. In dem Dorfe Bosle bei Neuchätel wohnend, wendete er sich der Schriftstellerei, besonders der politischen zu, bis er 1798 nach Stuttgart ging, wo er die Redaction der «Allgemeinen Zeitunge übernahm. Im J. 1803 zog er nach Ulm und wurde 1804 Landesdirektionsrat in der Sektion des Schulwesens der neuen bayr. Provinz Schwaben. Doch starb er bereits 24. Dez. 1804. Früh ihn besonders die engl. Litteratur an; 1785 gab er das Schauspiel «Ethelwolf o», mit Bemerkungen über Beaumont und Fletcher und das ältere engl. Theater heraus. Auch bereicherte er die deutsche Bühne mit guten Bearbeitungen fran Lustspiele. Dahin gehören:⸗Offene Fehdey (MRannh. 1788), Der tolle Tag, oder Figaros Hochzeity (Lpz. 1785), Die Abenteuer einer Nachty (Nannh. 1789 und andere in seinem Neuern franz. Theater v (3Bde., Lpz. 1795—97 2. Aufl., Frankf. 1819). Von seinen Originalschauspielen hatte «Das heimliche Gericht' (neue Aufl., Berl. 1795) Erfolg. Glücklicher war H. in seinen «Erzählungen » (3 Sammlungen, Braunschw. 1801—2), doch hatten die seit 1793 unter seinem Namen erschienenen meist seine Gattin zur Verfasserin. Seine „Sämtlichen Werke seit 18027 (4 Bde., Tüb. 1806—19) wurden von seiner Gattin herausgegeben und mit seiner Biographie begleitet. In der Kunstkritik nahmen seine Recensionen in der «Allgemeinen Litteraturzeitung», welche in seinen 4Vermischten Schriften »(2 Bde., Berl. 1793) wieder abgedruckt wurden, einen ehrenvollen Rang ein. Von den übrigen Schriften sind Berl. 1793—96). Auch war er Herausgeber der „Kliop und der «Europ. Annaleno.