FeedHvalöerne
ErdkundeBrockhaus 1882

Hvalöerne, eine Inselgruppe im südl. Norwegen, 20 km südlich von Frederiksstad, unweit der schwed. Grenze, zählt zum Smaalenenes-Amt, zählt (1875) 2476 E. Der Fischfang ist reichlich, auch sind die Inseln als Seebad sehr gesucht. von Landskrona, hun auf 7,5 qEm (1882) 856 E., ehört zu Malmöhus-Län und ward im Roeskilder Freden (1658) von Dänemark abgetreten. Tycho Brahe ward 1576 mit der Insel belehnt und ließ hier sein berühmtes Schloß Uranienborg mit der Sternwarte Stjerneborg erbauen, von denen jedoch nur spärliche Trümmer übrig sind. Swang-ho, s. Hoang-ho. HSyaeinth, ein Edelstein, eine orangefarbige oder gelbe Abänderung des Zirkons, r aber auch in etwas anderer Formentwickelung krystallisiert (Deuteroprisma mit der Pyramide kombiniert). Derselbe ist durchsichtig oder stark durchscheinend, wird durch Reiben positiv-elektrisch und entfärbt sich häufig vor dem Lötrohr, ohne zu schmelzen. Sein spezisisches Gewicht beträgt 4½ die Härte liegt zwischen Quarz und Topas. Seine Bestandteile sind, wie die des Zirkons, Zirkonsäure und Kieselsäure nebst Eisenorxyd als Pigment. Vom Granat unterscheidet er sich durch den stärkern Glanz, die doppelte Strahlenbrechung und die größere Schwere. Er war schon den Alten bekannt und wurde früher mehr als jetzt zu Verzierungen an Uhren, Dosen, Nadeln und Ringen verwendet; auch braucht man ihn, wie Zirkon, zu Unterlagen der Zapfen feiner Wagen, zu Hülsen für die Spindelenden feiner Uhren u. s. w. Die schönsten H. findet man in dem Flußsande von Ceylon, bei Expailly in der Auvergne und im Basalt des Siebengebirges. Der sogenannte H. von Compostella ist nur ein roter Eisenkiesel. Hhyaecinthe (Hyacinthus orientalis), ein zu den Liliaceen und zwar zur Unterfamilie der Asphodeleen gehöriges, wegen der Schönheit, der Farbenpracht und des Wohlgeruchs seiner Blumen beliebtes Zwiebelgewächs. Die H. stammt aus dem Orient, kam in der lepvo Hälfte des 16. Jahrh. von Bagdad nach Aleppo und wurde 1596 schon in England kultiviert. Im Laufe der Zeit wurde sie im südl. Frankreich und in Italien naturalisiert und in fast ganz Europa im freien Lande oder in Töpfen erzogen, nirgends jedoch so sehr wie in Holland, insbesondere in Harlem, wo jetzt noch ihrer Kultur über 60 ha gewidmet sind. In Holland wurde auch eine große Anzahl von Varietäten (Sorten) erzogen, die sich voneinander unterscheiden durch die Höhe des Blütenschafts, die Zahl der Blumen und die Größe und Beschaffenheit derselben, die entweder einfach oder gefüllt, d. . zwei⸗, drei⸗ oder sogar .Die sind, hauptsächlich aber durch das Kolorit. Die lte sch uach blaue oder indigoblaue Farbe wandelte sich nach und nach in Weiß, Rosa, Rot, Karmin, Porzellanblau, Purpur, Violett, das sich gleich dem Blau häufig dem Schwarz nähert; auch findet man bei ihnen Gelb und Orange, wenn auch nicht die reinen und intensiven Farben der Tulpe. Früher mehr als jetzt gab es auch Blumen, welche mit mehr als einer Farbe ausgestattet waren, sog. Bizarren. Die H. wird meistens durch Brutzwiebeln fortgepflanzt. Die Aussaat kann nur den Zweck haben, neue Farbenvarietäten zu erziehen; doch blühen die Sämlinge meistens erst im fünften oder sechsten Dahrer Eine Zwiebel der H. blüht gewöhnlich mehrere Jahre nacheinander, ja sie scheint sich sogar lange Jahre in ihrem Bestande zu erhalten, in der That aber erneuert sie sich fort und fort, was bei genauerer Untersuchung leicht zu erkennen ist, und zwar von der Mitte aus. Durchschneidet man nämlich zur Blütezeit eine Zwiebel in der Längenachse bis zur Scheibe, aus der die Wurzeln entspringen, so findet man seitwärts am Grunde des Blütenschafts stets eine aus fünf bis sechs Blättchen bestehende Knospe mit dem Blütenstande des nächsten Jahres. Diese Knospe, welche sich im Laufe des Sommers ausbildet und deren Blätter sich im Herbst noch geschlossen in Kegelfornt über der Zwiebel erheben, drängt nach und nach den alten welkenden Blütenschaft und die je ein Blatt tragenden Zwiebelhäute zur Seite. Nach und nach geben letztere zum Vorteil der neuentstandenen Knospe ihren Saft ab und wenn sie noch mehrere Jahre immer weiter gedrängt an der Peripherie der Zwiebel ankommen, so sind sie längst vertrocknet und zu je einem zarten, im Boden bald verwesenden Häutchen geworden. Der Boden, auf welchem die ganze Zwiebel ruht und in dessen Umkreise die Wurzeln entspringen, geht ebenfalls nach und nach an der Peripherie zu Grunde in dem Maße, als er sich gegen die Mitte erneuert. Gewöhnlich aber ist die Blüten erzeugende 1 —5 nicht das einzige Erzeugnis der Zwiebel; meist bilden sich zwischen den Häuten noch Nebenknospen, welche keine Blüten men schr ia und deren Entwickelung im allgemeinen sehr langsam von statten geht, die Brutknospen, welche erst dann frei werden, wenn sie auch ihrerseits bis an die Peripherie der Zwiebel gedrängt worden sind. Sie trennen sich dann von selbst von der Mutterzwiebel und stellen dann Brutzwiebeln dar. Sie werden Sorte bei Sorte gesammelt, etikettiert und gepflegt, und werden im dritten oder vierten Jahre blühbar, also früher als die Sämlinge, und haben überdem vor diesen den Vorteil voraus, daß sie die Sorte, der sie entstammen, treu wiedergeben. Manche Varietäten erzeugen — reichliche Brut, andere, wenn sie sich selbst überlassen bleiben, nur geringe. Diesem Übelstand Geh man in Holland dadurch ab, daß man die Scheibe der Zwiebel etwas neben ihrer Mitte durch einen Kreuzschnitt in vier Teile spaltet und dann die Zwiebel pflanzt wie gewöhnlich. Nach dieser Operation entwickeln sich Nebenknospen in ausreichender Zahl zu Brutzwiebeln. Dasselbe erreicht man, wenn man die Zwiebel in der Mitte horizontal durchschneidet. Eine gute gesunde Zwiebel ist fest und voll, ihre Scheibe rein, ohne Moder- und Faulflecken, ihre Schuppen glatt, ohne Schorf, fest aufeinander geschlossen. Man kultiviert die H. im freien Lande, für Gewächshäuser und Stuben in Töpfen und auf Karaffen. Die Nuancen der Blumen sind bei der H. so zahlreich wie kaum bei einer andern Pflanze, und keine andere eignet sich so gut zu bunten Gruppierungen wie diese, besonders auf nach der Mitte erhöhten runden oder elliptischen Beeten. Sind die Farbenvarietäten sorgfältig etikettiert, so kann man durch verständnisvolle Anordnung derselben bedeutende —— erzielen. Da Crocus und Tulpen zu gleicher Zeit in Blüte treten, so lassen sich durch diese die der H. fehlenden Farben ersetzen. Am besten gedeiht die H. in einem reichen, dabei aber leichten und etwas sandigen, 60 om tief gelockerten Boden. In Harlem ist es Regel, die Zwiebeln in jedem Jahre in frisches Erdreich zu pflanzen, und erst nach vier bis sechs Jahren bringt man sie wieder in denelben Boden. Man pflanzt in kältern Lagen von kitte September an, sonst gewöhnlich im Oktober, später aber haben die Zwiebeln schon zu sehr auf Kosten ihres Vorrats an Reservestoffen getrieben, und der Flor fällt dann wesentlich geringer aus. Man setzt die Zwiebeln 15 bis 20 em voneinander in eine mit der Hand bereitete kleine Höhlung, drückt sie bloß seitlich an und bedeckt sie 6— em hoch mit Erde, bei starkem Frost mit Laub oder Stroh, das aber beim Eintritt milderer Witterung immer wieder abgeräumt werden muß. Nach der Blüte hebt man sie, wenn die Blätter vollkommen dürr geworden, vorsichtig aus (etwa Ende Juni), breitet sie, gegen heiße Sonne geschützt, auf trockenem Boden, etwa in Gartenwegen aus, bedeckt sie mit etwas Sand, schneidet nach etwa acht Tagen die Blätter und Stengel ab und bewahrt dann die Zwiebel an einem trockenen kühlen Orte bis zur Pflanzzeit auf. Die H. ist mehrern Krankheiten unterworfen, die oft den Untergang großer Pflanzungen nach sich ziehen. Am meisten verbreitet ist die Ringelkrankheit. Man erkennt sie beim Durchschneiden des Zwiebelhalses daran, daß sich durch die Schnittfläche ein feiner brauner Ring zieht, der Anfang einer trockenen Zersetzung, welche von oben nach dem Boden der Zwiebel vorschreitet und die Vertrocknung derselben herbeiführt. Der schwarze Rotz tritt anfänglich als Hautkrankheit auf, indem die äußern Schalen der Zwiebel mit schwarzen länglichen oder rundlichen, erhabenen Flecken, auch wohl mit großen, dunkeln, genarbten Krusten besetzt sind. Sorauer (Handbuch der Pflanzenkrankheiteno, Berl. 1847) hält einen Pilz (Pleospora hyacinthis) für die Ursache dieser krankhaften Erscheinung. Durch eine andere Pilzform entsteht der weiße Rotz, durch welchen die Zwiebel in eine schmierige, gelbliche Masse verwandelt wird. Auch die Zwiebeln der Gladiolen, Amaryllen, Tulpen und verwandter Gewächse sind dieser oder ähnlichen Krankheiten unterworfen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 489Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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