FeedHyder-Ali
GeschichteBrockhaus 1882

Hyder-Ali, eigentlich Hyder-⸗Ali Chan Behaudur, mohammed. Beherrscher (Sultan) von Mysore, einer der bedeutendsten ind. Fürsten in neuerer Zeit, geb. 1722 als +.— des Gouverneurs der mysor. Bergfestung angalore, trat 1749 als Freiwilliger in die Armee von Mysore, erhielt schon 1752 ein bedeutendes Kommando und wurde später Gouverneur von Dindigal, endlich Oberbefehlshaber der Armee. Er organisierte dieselbe nach franz. Muster und wußte sie so für sich u gewinnen, daß er sich 1759 zum faktischen Beerrscher von Mysore aufwerfen konnte, indem er dem Radscha zwar den Titel und ein glänzendes Einkommen ließ, ihn aber fern von allen Staatseschäften in Gefangenschaft hielt. Er eroberte Hiarauf Calicut, Bednor, Onor, Cananor und andere kleinere Staaten, sodaß das Reich Mysore 1766 174800 qkm groß war. n demselben Jahre starb auch der Radscha von Mysore und H.· wurde vollständig Herrscher dieses Reichs. Der erbittertste Feind der Engländer und in gleichem Maße den Franzosen, welche damals unter ihrem Befehlshaber Lally Tollendal den Engländern die Herrschaft über Indien streitig machten, zugethan, führte er, von den Franzosen unterstützt, mit abwechselndem Glück zwei Kriege mit erstern. Er diktierte 29. März 1769 den Engländern die Artikel eines Friedens vor den Thoren von Madras. Auch mit den Maharatten führte er verschiedene Kriege. Oftmals hart bedrängt und scheinbar selbst vernichtet, wußte er sich doch stets neue Hilfsmittel zu verschaffen, um endlich als Sieger aus dem Streit San Sor Er starb 7. Dez. 1782 zu Tschitore. Sein Sohn und Nachfolger war Tippo-Saib (s. d.). Die Engländer entwarfen von dem Charakter H.s ein viel zu ungünstiges, die Franzosen dagegen ein allzu günstiges Bild. Er war tapfer, unternehmend und taatsklug, ohne religiösen Fanatismus, sowie auch nicht grausam, scheute aber auch oft keine unedeln Mittel, wenn es die Erreichung wichtiger Ziele für ihn galt. x 10. 50ö.„ oder Bednore, Stadt in Myore (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 492Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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