Horuk, eigentlich Arudsch, bekannter unter dem Beinamen Barbarossa, der erste türk. Herrscher in Algier, geb. um 1473 auf der Insel Metelino oder Lesbos, war der Sohn eines zum Islam übergetretenen Rumelioten. H. kämpfte zur Seite seines Vaters frühzeitig gegen die Christen mit und erwarb sich bald den Ruf eines kühnen Seemanns. Nachdem er erst ägypt., dann türk. Schiffe befehligt, trat er mit seinem Bruder Kheir-eddin in die Dienste des Sultans von Tunis und machte sich durch glückliche und tollkühne Unternehmungen bald zum Schrecken des Mittelmeers. Im Besitz eines ansehnlichen eigenen Geschwaders, bestürmte er 1512 Bugie und eroberte 1514 Dschirdschelli. Im I. 1515 vom Scheich Selim Eutémi, dem damaligen Beherrscher von Algier, gegen die Spanier zu Hilfe gerufen, erschien H. bald darauf vor der Stadt und verjagte die span. Flotte, ließ aber zugleich auch den Eutemi erdrosseln und sich selbst zum Herrscher Algiers ausrufen. Er unterwarf sich hierauf die ½ Landschaften und teilte das neubegründete Reich mit seinem Bruder Kheir-eddin, der den Westen mit der Residenz Tedles erhielt, während H. selbst den Osten mit dem Hauptorte Algier behielt. Nach wiederholten Kämpfen teils mit den vertriebenen Häuptlingen des Landes, teils mit den Spaniern, fiel H. 1518 in einem Treffen bei Tlemcen. In der Herrschaft über Algier folgte ihm nun sein Muder Kheir-eddin (Hair-eddin), von den Abendländernebenfalls Barbarossa zubenannt. Derselbe stellte sich 1519 unter die Oberherrlichkeit des Sultans der Osmanen und erweiterte bald darauf seine Herrschaft durch die Unterwerfung von Tunis. Seine Piratenzüge gegen die Christenheit überstiegen nun alles Maß, sodaß endlich Kaiser Karl V. eine Expedition gegen ihn beschloß. Am 18. Juli 1535 landete Karl V. mit 500 Schiffen und 30000 Mann Landtruppen an der Küste von Tunis, erstürmte bereits 25. Juli das hartnäckig verteidigte Goletta, wobei er die feindliche Flotte von 86 Fahrzeugen erbeutete, und brach dann gegen Tunis selbst auf. Kheir-eddin rückte dem Kaiser entgegen, wurde aber geschlagen und mußte sich nach Bona zurückiehen. Karl V. gab nun Tunis dem vertriebenen Fursten zurück. Kheir-eddin, obgleich auf Algier beschränkt, setzte jedoch unter dem Namen eines türk. Admirals seine Kriegs⸗ und Raubzüge fort. Er führte die Einwohner von Mahon auf Minorca hinweg, schlug im Golf von Arta selbst Andrea Doria, eroberte 1539 nach harter Belagerung Castelnuovo an der dalmat. Küste, vernichtete 1540 eine christl. Flotte bei Candia, zog 1542 mit einer starken Seemacht König Franz I. zu Hilfe und wirkte bei der ünopeti Nizzas mit. Er starb 1547 in Konstantinopel. Jotunfjeldene (s. d.).