Hypäthraltempel nennt man die griech. Tempel, welche in Dach und Decke eine offnung hatten, sodaß der Raum darunter hypäthros, d. h. unter freiem Himmel befindlich war. Nach Vitruv wären regelmäßig nur gewisse 1 große Tempel hypäthral gewesen. Es sind aber in verschiedenen kleinern Tempeln Reste von Konstruktionen gefunden, welche aus einer solchen Anlage sich erklären, und da die griech. Tempel keine Fenster hatten, so ist es wahrscheinlich, daß die hypäthrale Anlage zum Zweck der Erleuchtung des innern Tempelraums öfter Anwendung gefunden hat. Vgl. Hermann, „Die H. (Gött. 1844); Roß, „Der H.v («Hellenikar, Heft 1, Halle 1846); Bötticher, Der H.v (Potsd. 1847); Fergusson, «On the temples of Diana at Ephesus and of Apollo at Didyme, as illustrating the Hypaethrum of the Greekso (Lond. 1877); Chiping, Mémoire sur le temple hypaethre (in der (Revue archéologiqued, Neue Serie, Bd. 35, 1878).