Hymne oder Hym nus nannten die 2201 der einen Preis⸗ oder Lobgesang, welcher zu Ehren der Götter oder Heroen bei feierlichen Opfern und Festen mit Begleitung der Musik und unter Tänzen gesungen wurde und nach den Gottheiten verschiedene Namen und Charaktere, z. B. Dithyrambus, Päan u. s. w., erhielt; dann auch jedes feierlich schwunghafte Loblied. Die Psalmen der Hebräer sind auch H., nur dem morgenländ. Charakter zufolge noch feuriger und erhabener als die H. der Griechen. Die frühesten H. sind noch fast ganz episch, wie z. B. die unter dem Namen des Homer bekannten; sie erzählen die Mythen der Götter. Die spätern, wie die des Pindar und Kallimachos, sind schon mehr lyrischer Art. Die christlichen H. sind ganz lyrisch und sprechen das Gefühl des Menschen aus, der sich zu dem Unsichtbaren erheht. Sie werden gewöhnlich nur mit figurierter Mustt esungen, denn die langsame und gleichförmig fortschveitende, oft auch im Singen gedehnte Melodie des Chorals hemmt den feurigen Flug des Hyumnus. Die ersten H. in der morgenländ. Kirche soll der Bischof Hierotheus, in der abendländischen der heil. Hilarius verfaßt haben; spätere Hymnendichter waren der heil. Ambrosius und die Päpste Gelasius und Gregor d. Gr. Der Gebrauch derselben in der Kirche wurde durch das vierte Konzil zu Toledo 633 bestätigt. Bekannt sind besonders der Ambrosianische Lobgesang, der Lobgesang der Engel und der Marianische Lobgesang. Das evang. Kirchenlied gab mit der lat. Sprache auch den bordereineal auf, obgleich Luther und P. Gerardt einzelne alte H. in Choräle umdichteten. Fast nur Klopstock nähert sich in seinen religiösen Liedern wieder dem Schwunge der H. Neuere Dichter wenden die H. weniger auf eigentlich religiöse Gegenstände an als auf eine philos.⸗didaktische Ausströmung tief ergreifender Fragen und Gefühle; so Goethe in Gedichten, wie «Prometheuso, „Schwager Kronoso und ähnlichen. H. dieser Art besitzen wir namentlich von Hölderlin; auch Herders H. und Platens Oden haben zum Teil einen verwandten Charakter. (S. Ode.)