FeedIlja Murömez (d. i. Elias von Muroma)
GeschichteBrockhaus 1882

Ilja Murömez (d. i. Elias von Muroma), genannt der «Alte Kosako, der Held des russ. Volksepos, welches sich an den Fürsten Wladimir d. Gr. von Kiew knüpft (der sog. Wladimirsche Cyklus). Geboren in der Stadt Muroma, soll J. von Kindheit an bis zu seinem 30. Lebensjahre lahm an Händen und Füßen gewesen, dann aber genesen sein und durch einen Honigtrunk große Kraft erlangt haben, worauf ihn die Sage zahllose Heldenthaten verrichten und immer unbesiegbar bleiben läßt, bis er zuletzt mit einem großen Haufen Tataren zusammenstößt, sie schlägt, aber während des Kampfes sich ins Jenseits versetzt und sein Heldenroß versteinert. Nach positiven Angaben in russ. Chroniken liegt der Sage eine histor. Person zu Grunde, die um 1188 gelebt hat. Vgl. über das Epos Wollner, Untersuchungen über die Volksepik der Großrussen⸗(Lpz. 1879). — In den russ. Volksliedern des 17. Jahrh. ist J. der Beiname des Jessaul (Profoßen) des Räubers und Revolutionärs Stenka Rasin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 538Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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