Immergrün oder Sinngrün nennt man einige Arten der zur Familie der Apocyneae gehörigen Gattung Vinca, kleine Sträucher, welche durch eine präsentiertellerförmige Blumenkrone mit langer Röhre und schiefen Saumlappen charakterisiert sind. Der Gattungsname bezieht sich auf die langen, geschmeidigen, zum Binden Eincire) verwendbaren Stengel, der Name J. aber auf die meistens dauernden, lederartigen, glänzendgrünen Blätter. Letztere sind von ovaler oder lanzettlicher Gestalt. In den Gärten häufig ist V. minor L., das kleine J., dessen nichtblühende zahlreiche Stengel niedergestreckt, reich beblättert und wurzelschlagend sind, während die blütentragenden aufrecht stehen. Letztere sind langgestielt, blau, bei einigen Spielarten weiß, violett, rot, purpurn, einfach oder gefüllt. Noch schöner ist V. major, in allen Teilen Wiume mit kürzern Blütenstielen und hellblauen Blumen. Bei einer Spielart (var. reticulata) liegt auf den dunkelgrünen Blättern ein zierliches goldgelbes Adernetz. Eine ähnliche Varietät hat man auch vom kleinen J. Dieser beiden, in Deutschlands Wäldern einheimischen Arten bedient man sich vorzugsweise zur Ausschmückung schattiger und feuchter Stellen des Gartens, doch sind sie auch auf Steingruppen und Böschungen am Platze, insbesondere ihre buntblätterigen Formen. Sehr häufig ist in den Gärten auch die aus Ungarn stammende V. herbacea . et Kit., eine perennierende krautstengelige Art mit dunkelviolettblauen Blumen. Alle diese Arten blühen schon vom März an bis zum Juni und oft noch einmal im Herbst. Man vermehrt sie durch Teilung der Stöcke oder durch Ausläufer, welche sich häufig schon bewurzelt finden. Das edelste J. aber ist V. rosea L., eine perennierende Art der Antillen und im Gewächshause zu überwintern oder überhaupt unter Glas zu kultivieren. Sie besitzt sehr langgeröhrte dunkelrosenrote, im Schlunde purpurne, eine Spielart weiße, im Schlunde gleichfalls purpurne Blumen.