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NaturlehreBrockhaus 1882

Induline, Nigrosin, Bengalin, Indigo artificiel, Bleu-Noir, Gris Coupier, Blackley Blue bilden zusammen eine Klasse von Anilinfarbstoffen, welche teils in spritlöslicher, teils in wasserlöslicher Form vielfach Verwendung in der Färberei, dem Zeugdruck, der Tinten⸗ und Lackfabrikation finden. Es geht ihnen allerdings der Glanz und die Schönheit des Fuchsins und ähnlicher Farbstoffe ab, dagegen unterscheiden sie sich von jenen aber vorteilhaft durch größere Widerstandsfähigkeit gegen Luft und Licht. Sie dienen namentlich zur Erzeugung von grauen, blauen, violetten, schwarzen Modestoffen und werden dabei entweder für sich, oder mit andern Anilinfarben, Anilinblau, Methylviolett, Curcuma, Orseille verwandt. Zum Färben von Seide werden die spritlöslichen Farben im angesäuerten Seifenbade verwandt; Baumwolle nimmt die Farben nach vorheri— gem Gallieren und Beizen mit Zinnsalz, Alaun oder Brechweinstein an; Wolle erfordert ein ein⸗ bis zweistündiges Kochen in einer Flotte der wasserlöslichen Verbindungen. Die chem. Konstitution dieser Farbstoffe ist noch nicht bekannt. Sie entstehen;: 1) durch Einwirkung von Amidoazobenzol auf salzsaures Anilin (Dale u. Caro 1864); 2) durch Erhitzen von reinem Azobenzol mit reinem salzsauren Anilin (Caro, Badische Anilin⸗ und Sodafabrik Ludwigshafen 1869, Knosp, Stuttgart); 3) durch Zersetzung von käuflichem Nitrobenzol mit salzsaurem Anilin bei Gegenwart von Reduktionsmitteln (Coupier). Die spritlöslichen Formen der Induline sind die salzsauren Salze verschiedener Basen, die wasserlöslichen Formen sind Natronsalze der aus den Indulinen hervorgehenden Sulfonsäuren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 585Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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