Induktionswage nennt man zwei miteinander verbundene Induktorien (s. Induktion) von solcher Einrichtung, daß der in der einen Induktionsrolle durch Unterbrechungen des Hauptstroms entstehende Induktionsstrom durch den in der andern Induktionsspule induzierten Gegenstrom aufgehoben wird. Die J. ist zwar eine Erfindung der jüngern Zeit (1880), sie beruht jedoch im wesentlichen auf dem schon früher (1838) von Dove erdachten Differentialinduktor, welcher, unter passender Anwendung des inzwischen erfundenen Mikrophons und Telephons, zur J. umgeformt worden ist. Am bekanntesten ist die J. von Hughes (1881)). nung isoliert, und die Drahtlänge in je einer Rolle beträgt etwa 100 m. Die beiden obern Rollen werden vom gemeinsamen Hauptstrom der Volta-Clemente B durchlaufen. Letzterer wird periodisch und schallend unterbrochen, z. B. von einem Mikrophon M, welches von einer tickenden Pendeluhr in Vibrationen versetzt wird. Die beiden Induktionsrollen 1 und i sind entgegengesetzt gewunden und sind miteinander zu einem Stromkreise verbunden, in welchem ein Telephon T eingeschaltet ist. Wenn die Verhältnisse auf beiden Seiten der J., bis auf die Gegenwindungen der Induktionsrollen, gleich sind, so heben sich die Induktionswirkungen auf, und man vernimmt daher durch das Telephon nichts von dem Ticken der Uhr. Sobald man jedoch in die eine der beiden Röhren eine Münze einschiebt, werden auch in dieser elektrische Ströme induziert, wodurch das Gleichgewicht der durch das Telephon kreisenden Induktionsströme gestört erscheint, weshalb man nun den Pendelschlag der Uhr durch das Telephon hören kann. Die J. ist so empfindlich, daß sie die geringsten chemischen oder physik. Unterschiede zweier Metallmassen, von welchen je eine in je eine der Röhren Jund i an die gleichklingende Stelle gebracht wird, verrät; sie kann daher dazu dienen, falsche Münzen von echten zu unterscheiden u. dgl. m. Weil ferner das Gleichgewicht der J. schon verschwindet, wenn man eins der Induktorien derselben einer Metallmasse nur nähert, so hat man die J. auch angewendet, verborgene Metalle zu entdecken, z. B. unterirdische Metalladern, submarine Metallgegenstände, die Kugel im Körper der durch Schuß Getroffenen aufzusuchen u. s. w.