FeedIn genêre (lat.)
TechnikBrockhaus 1882

In genêre (lat.), im allgemeinen; Gegensatz: Jugeneriert (lat.), eingepflanzt, angeboren. Ingenieur. Der Name J. stammt vom span. engenos oder ingenios, ital. ingegni, die Kriegsmaschinen bedeutend. Die Werkmeister derselben Laarer engeneros, ingenieros, ingegneri. Später egte man den Namen J. lediglich den Kriegsbaumeistern bei. S. Genie (militärisch). Im Gegensatz zu den Militäringenieuren nennt man Civilingenieure diejenigen Techniker, welche die Anlagen von Strom- und Seebauten, Kanälen und Wasserleitungen, Brücken, Straßen und Eisenbahnen, Telegraphen, Maschinenetablissements aller Art leiten. Zuerst trennten die Holländer gegen Schluß des 16. Jahrh. die Aufgaben des Architekten im engern Sinne von denen jener Männer, die sich mit der Herstellung der gewaltigen Wasserbauten beschäftigten und die sie Hydraulik-Architekten nannten. In England entwickelte sich der Ingenieurstand in ähnlicher Weise aus der Berufsklasse der Wasserbautechniker, zu Beginn des 19. Jahrh. aber auch aus jener des Bergmanns, für den zunächst das Bedürfnis nach rationellen Transportmitteln zur Ausbildung der Spurbahnen sowie zur Erfindung der Lokomotive Anregung gab. Heutzutage bezeichnet das Wort Engineers allein in Amerika und England eine technische Hilfskraft niederer Kategorie, so insbesondere einen Lokomotivführer, Werkführer u. s. w., während der wissenschaftlich ausgebildete, selbständige Techniker den Titel Civil-Engineer erhält. Die Erziehung der Civilingenieure in England erfolgt meist durch erfahrene Fachgenossen, in deren Dienste sie treten, während sie sich gleichzeitig durch Privatstudium die nötigen mathem.⸗naturwissenschaftlichen Kenntnisse aneignen. In Frankreich trennte man die Aufgaben der Schaffung öffentlicher Werke zuerst von den verwandten militärischer Natur. Im J. 1795 wurde die Ecole des ponts et chaussées gegründet, deren Abiturienten allein den Titel eines Ingénieur des ponts et chaussées führen. Das Corps des mines sowohl als das Corps des ponts et chaussées kennt drei Rangstufen und Amtstitel, den Ingénieur ordinaire, den Ingénieur en chef und den Inspecteur général. Die J. sind zugleich ihre eigenen Administratoren. bei den Vereinigten Staaten von Amerika sind die heterogensten Arten der Ausbildung vertreten. Den militärisch erzogenen United States Enginéers stehen die Civilenginéeers gegenüber, die teils analog ihren Kollegen in England, teils im Auslande, teils in den verschiedenen Instituten des Staats die wissenschaftliche Ausbildung genießen. ů Auch die nordamerik. Universitäten besitzen häufi eine Fakultät für Civilengineering. Die J. daselbi gliedern sich ihrem Berufe nach hauptsächlich in Statical-Mechanical und Mining- engineers, je nachdem sie sich mit den Aufgaben des Bau-, Mareich besteht eine Berufskategorie, deren Angehörige den gesetzlich geschützten Titel eines autorisierten Civilingenieurs führen und zur Ausübung des Berufs für Privatzwecke ermächtigt sind. Auch die 1 niedern Stellen der Staatsbautechniker tragen die offiziellen Titel Ingenieurassistenten, J., Oberingenieure, während die Inhaber höherer Stufen Bauräte und Oberbauräte heißen. In Deutschland ist an Stelle der obenerwähnten Titel der Ausdruck Baumeister üblich; andererseits wird unter dem Namen J. häufig nur der Kommunikationsbautechniker begriffen. Bei Privatgesellschaften wird wie in Osterreich für den technischen Beamten häufig der Titel J. gebraucht. Die bedeutendsten deutschen technischen Hochschulen für die Ausbildung der F. sind in Berlin, Aachen, Hannover, München, Dresden, Stuttgart, Karlsruhe, Darmstadt und Braunschweig; außerdem in Osterreich: Wien, Prag, Brünn und Graz; in der Schweiz: Zürich; in Rußland: Riga. Jugenieurbelagerungstrain, s. unter Festungskrieg, Bd. VI, S. 7373.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 598Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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