FeedIsidorus Hispalensis
ReligionBrockhaus 1882

Isidorus Hispalensis, geb. zu Cartageng in Spanien um 560, seit 600 Bischof von Sevilla, gest. 4. April 636, war ein Mann von umfassender Gelehrsamkeit. Von seinen Schriften, welche während des ganzen Mittelalters hohes Ansehen genossen, sind hervorzuheben: „De ecclesiasticis officiis libri duos, ein liturgisches Werk; „Sententiarum sive de summo bono libri treso, eine Art Glaubenslehre meist nach den Aussprüchen von Gregor d. Gr. und Augustin; 4Originum seu etymologiarum libri XXo, eine lat. Encyklopädie, durch welche viele Fragmente antiker Schriftsteller allein auf uns gekommen sind; 4Uistoria Gothorum (neueste Ausg. von Rösler, Tüb. 1803); Ilistoria Vandalorum et Suevorumo, 4Liber de scriptoribus ecclesiasticis o (schließt sich an die gleichnamigen Werke von Hieronymus und Gennadius), De differentiis verborum libri IIIy, natura rerumy (ALehrbuch der mathem. und physik. Geographiev) u. s. w. ie nach seinem Namen benannte Kanonensammlung wird ihm dagegen irrig zugeschrieben; noch weniger hat er Anteil an der sog. Pfeudo-Isidorischen Sammlung. Die beste Ausgabe seiner gesammelten Werke besorgte Fausius Arevalo (7 Bde., Rom 1791—1803). Die altdeutschen Bruchstücke von J. Traktat „De fide catholica contra Judaeoso gab Weinhold mit Glossar heraus (Paderb. 1872). Vgl. Hertzberg, Die Historien und die Chroniken des J. von Sevillan (Gött. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 684Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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