FeedJan (niederl.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Jan (niederl.), Johann. Janauschek (Fanny, eigentlich Franziska Magdalena Romance), namhafte Schauspielerin, geb. zu Prag 20. Juli 1830, wurde vom Kapellmeister Stegmayer im Gesang, von Baudius in der Deklamation unterrichtet; doch wandte sie sich später dem recitierenden Drama zu. Nachdem sie zuerst in Prag aufgetreten war, spielte sie seit 1845 an kleinern Bühnen, kam 1847 nach Köln und 1848 nach Frankfurt a. M., wo sie bis 1860 blieb. Im Nov. 1861 wurde sie Mitglied des dresdener Hoftheaters, schied jedoch 1863 aus diesem Verband und begab sich nach Nordamerika, wo sie seit 1867 mit außerordentlichem Erfolge auftrat. Daselbst erwarb sie sich auch in der engl. Sprache eine solche Fertigkeit, daß sie mit großem Beifall in dieser Sprache tragische Frauencharaktere spielte. Ihre wesentliche Bedeutung besteht in der Darstellung hochtragischer Rollen (Klärchen, Gretchen, Desde— mona, Julia u. s. w.); sie erinnert in Bezug auf Adel und Plastik der Haltung und Bewegungen, sowie auf hinreißende Gewalt des Spiels vielfach an die franz. Tragödin Rachel. Janbo oder Nambo, von der Lage am Meere auch Janbo-el-Bachr genannt, bei den Alten Jambia, Seestadt der türk.⸗-arab. Provinz Hedschaz Uund Hafenplatz von Medina, von welchem sie fast 200 Kkm westlich entfernt ist, liegt am Rande einer dürren Ebene zwischen kahlen Bergen und dem Roten Meere und besteht aus einer langen Reihe weit auseinanderliegender, blendendweißer, aus Kalk- und Korallengestein erbauter Häuser. Im Nordwesten liegt die sehr tief ins Land eindringende, vom Stadt— hafen völlig getrennte Bucht Scherm-Janbo mit bequemer Einfahrt und gutem Ankergrunde, geräumig genug, eine ganze Flotte aufzunehmen. Die Einwohner von J., auf 5—7000 geschätzt, treiben hauptsächlich Handel, der durch direkte Dampfbootverbindung mit Suez und Dschidda (nach Medina) vermittelt wird. Auch wird der Ort durch den Zuzug der Pilgerkarawane belebt, auf deren von Kairo nach Mekka führenden Landstraße J. das dritte Viertel bezeichnet und als «Thor der heiligen Stadto gilt. Die Einfuhr und der Transporthandel sind bedeutend. Auf der Straße nach Medina, das von Kamelen in vier Tagen erreicht wird, liegt 30 km entfernt die Mutterstadt des Hafenorts, Janboe-Nakh (die Palmenstadt), wo die Wohlhabenden unter Dattelpflanzungen ihre Landhäuser haben. Jane (engl.), Johanna. Janesville, Stadt im nordamerik. Staate Wisconsin (s. d.). Janet, franz. Maler, s. Clouet. Janet (Paul), franz. Philosoph, geb. zu Paris 30. April 1823, besuchte die Normalschule, war 1845—48 Lehrer am Gymnasium zu Bourges, dann Professor der Philosophie an der Fakultät zu Straßburg (bis 1857), hierauf Professor der Logik am Lyceum Louis-le-Grand (bis 1864), und wirkt seitdem an der Sorbonne in Paris. Er ist Mitglied der Akademie der moralischen und polit. Wissenschaften (1864) und einer der geistvollsten und gründlichsten Philosophen in Frankreich. schrieb: La familles (1855), Mistoire de la philosophie morale et politiques (1858), Le philosophie du bonheurs (1862), Le matérialisme contemporain en Allemagne (1864), Le cerveau et la penséev (1866), Les problèmes du XIXLsiècles (1872), Philosophie de la Révolution françaises (1875), Les causes finaleso (1876), La philosophieé française contemporaine „ (1879), 4Les origines du socialisme contemporaino (1883) etc. Jangtsekiang, s. Hang-tse-kiang. Janhagel (dauch Hanshagel), soviel wie Pöbel. Jan (Hans) bedeutet hier soviel wie Narr, Hagel soviel wie hergelaufenes Volk, Gesindel. Janiculum, s. unter Janus. Janin (Jules Gabriel), berühmter franz. Kritiker und Romandichter, geb. 16. Febr. 1804 zu St.⸗ Etienne, begann seine Schulbildung in seiner Geburtsstadt und vollendete dieselbe in Paris, wo er sich durch Privatunterricht die Existenzmittel erwarb und Beiträge für Theaterzeitungen lieferte. Sein erster zweibändiger Roman L'ane mort et la femme guillotinéer erschien 1829; ihm folgten „La confessiono (1830), ein polit.⸗religiöser Roman, und «Barnaver (1831), ein Tendenzroman gegen die Orléans. Trotzdem kam der Verfasser bei dem König Ludwig Philipp wieder in Gnade und wurde 1836 dramatischer Feuilletonist des cJournal des Débatso, wo er ein eigenes kritisches Genre schuf, nämlich die Kritik, die ihren Gegenstand beiseite setzt, indem sie in munterm, witzigem, pikantem Geplauder alles Mögliche nur oberflächlich berührt. Diese Schreibart fand großen Anklang. Jedes Feuilleton von J. war ein Ereignis. Die von ihm aufgebrachte Benemung (Kritikerfürsto (prince des critiques) wurde auf ihn selbst angewandt. Unter dem Titel «Histoire de la littérature dramatiques (6 Bde., Par. 1857) sammelte er aus seinen in den Débatso geschriebenen Artikeln eine Auswahl. Außerdem veröffentlichte er noch im Roman- und Novellenfach: Le chemin de traverse 9 (2 Bde., 1836), «La religieuse de Toulouse (2 Bde., 1850), «La fin d'un monde et du neveu de Rameauo (1864); im Genre der Reisebilder und malerischen Länderbeschreibungen: «XVoyage en Italien (1839), „La Normandie historique, pittoresque et monumentales (1842 — 43, mit Kupfern) und La Bretagne historiquen (1844). Ferner erschienen: (Béranger et son tempso (1866), (Paris et Versailles il y a cent ans (Par. 1874) und «Contes et nouvelleso (Bd. 1, Par. 1876). Nachdem J. 1870 in die Académie frangaise aufenommen war, starb er 20. Juni 1874 zu Paris Gassy) die Leiche wurde in der Familiengruft zu Evreux beigesetzt. Nach seinem Tode erschien eine Sammlung seiner Schriften als &Oeuvres diverseso (12 Bde., Par. 1876—77). Vgl. Piedagnel, Jules J. 1804—74 (Par. 1874; 2. Aufl. 1877). ů

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 794Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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